Zecken im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald gilt als Zecken-Risikogebiet, ein Grund, sich vor Reiseantritt ĂĽber die kleinen Spinnentiere zu informieren.
Bayerwald
Sie fallen nicht von den Bäumen, sondern lauern in Sträuchern, Wiesen, Gärten und im Unterholz auf ihre Beute. Beim Abstreifen heften sich Zecken an die Haut von Menschen und Tieren und betäuben die Kontaktstelle zunächst mit einem Stich, um dann zum Blutsaugen anzusetzen. Dabei können Krankheitserreger, Borrelien (Bakterien) und der FSME-Visus, übertragen werden. Doch nicht jeder, der von einer Zecke gebissen wird, erkrankt an Borreliose oder der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Und nicht alles, was in unseren Wiesen krabbelt, ist gefährlich.

Der gesamte Bayerische Wald ist ein Risikogebiet für die durch das FSME-Virus übertragene Hirnhautentzündung. Die Infektionsgefahr ist in der warmen Jahreszeit von März bis Oktober höher als in der kalten Jahreszeit. Anzeichen für einen Zeckenbiss ist eine kleine gerötete juckende Hautstelle, in deren Mitte sich meistens noch die Zecke befindet und Blut saugt.

Ein Patient sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn sich im Anschluss an einen Zeckenbiss nach der Entfernung der Zecke die Einstichstelle entzündet und sich evtl. ein roter Hof gebildet hat. Dies ist ein Hinweis für eine Infektion mit Borrelien, welche mit Antibiotika behandelt werden kann. An Wochenenden kann sich der Patient an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 01805/191212 wenden. Dort erfährt er den nächsten diensthabenden Bereitschaftsarzt.

Eine Impfung, die nur gegen die FSME möglich ist, ist jedem Besucher eines FSME-Risikogebietes anzuraten, der sich viel in freier Natur aufhält. Denn 90 Prozent der an FSME erkrankten Personen infizieren sich bei Freizeitaktivitäten. Die Kosten für die Impfung gegen FSME werden für Bewohner der Risikogebiete von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für die übrigen Besucher die außerhalb eines Risikogebietes leben, trägt evtl. die Privatkasse die Kosten für die Impfung.

Die Zecken soll man am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder mit den Fingernägeln möglichst nahe an der Haut packen und vorsichtig nach oben herausziehen. Auf keinen Fall mit Uhu, Öl oder Nagellack arbeiten. Dabei gelangen noch mehr Erreger ins Blut. Das FSME-Virus wird bereits wenige Minuten nach dem Stich übertragen, die Borrelioseerreger brauchen einige Stunden.

Möglicherweise kann man den Anstieg der Infektioen auf die in den letzten Jahren deutlich wärmeren Winter und feuchten Sommer zurückführen, welche für die Zecken optimale Vermehrungsbedingungen darstellen. Die Zecken werden ab einer Temperatur von 8 Grad aktiv.

Im Zusammenhang mit der Zeckenproblematik sollte man allen BĂĽrgern empfehlen, die sich in den Risikogebieten viel in freier Natur aufhalten, sich gegen das FSME-Virus impfen zu lassen. Da weit mehr Zecken die Borreliose ĂĽbertragen, gegen die bisher keine Impfung existiert, ist hier der Schutz vor Zeckenstichen in freier Natur vorrangig zu beachten. Dazu sollte man geschlossene Kleidung mit Schuhwerk und Kopfbedeckung tragen und sich nach dem Waldbesuch systematisch auf Zecken absuchen.

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