Stationäre Reha als Chance

Eine Rehabilitations-Ma√ünahme kann ambulant oder station√§r durchgef√ľhrt werden.
Meist ist der Haus- oder Facharzt der erste Ansprechpartner, wenn eine Reha beantragt werden soll. Er kann beurteilen, ob und wie dringlich eine Maßnahme ist.
Bei der Beantragung einer Reha ist entscheidend, ob der Antragsteller noch berufst√§tig ist oder nicht bzw. vor der Reha im Krankenhaus behandelt wurde oder √ľber einen l√§ngeren Zeitraum unter einer Krankheit leidet – ein ziemliches Verwirrspiel. Hier hilft nur, sich bei den verschiedenen Kostentr√§gern zu erkundigen. Der Kostentr√§ger ist letztlich zust√§ndig f√ľr die Bewilligung und die Kosten√ľbernahme.

Der Antragsteller ist durch seine Krankheit k√∂rperlich, geistig oder seelisch stark beeintr√§chtigt und dadurch h√§ufig dauerhaft im Alltag eingeschr√§nkt. Ziel einer station√§rer Rehabilitation ist es, einen gesundheitlichen Schaden zu heilen oder zu mildern. Eine station√§re Behandlung in einer Reha-Klinik kann auch zur Vorbeugung genehmigt werden, um eine bereits angeschlagene Gesundheit zu verbessern und durch verschiedene Anwendungen eine drohende Krankheit zu verhindern. Das bedeutet aber auch, dass er in der Lage sein muss, aktiv an den angebotenen Ma√ünahmen teilzunehmen ‚Äď eine der Voraussetzungen f√ľr die Bewilligung einer station√§ren Reha.

Aus den genannten Gr√ľnden ist es daher wichtig, die geeignete Reha-Klinik zu finden. Der Patient m√∂chte in der kurzen Zeit der Reha-Ma√ünahme, die meist drei Wochen betr√§gt, das Beste f√ľr sich herausholen. Die Einrichtung muss zum Krankheitsbild und anderen die Heilung beg√ľnstigenden Faktoren passen. Zumindest darf der Patient bereits bei der Beantragung der Reha-Ma√ünahme W√ľnsche √§u√üern. Sind sich Kostentr√§ger und Antragsteller √ľber die Klinikwahl unseins, landen Entscheidungen der Kostentr√§ger manchmal vor Gericht.

Die Reaktion Hapke Media erkundigte sich bei der AOK Bayern, Direktion Cham, nach welchen Kriterien Reha-Kliniken ausgewählt werden. Direktor Josef Bucher beantwortete die Fragen der Redaktion in einem schriftlichen Interview:

    1. Sind alle Kliniken, die vertragliche Verpflichtungen gegen√ľber der AOK haben, von unabh√§ngiger Stelle zertifiziert?

Die Kasse bewilligt, nach pflichtgemäßem Ermessen, unter den zertifizierten Rehabilitationseinrichtungen, mit welchen ein Vertrag besteht, diejenige Einrichtung, die, entsprechend deren Fachrichtung, den jeweiligen medizinischen Erfordernissen des jeweiligen Einzelfalles entspricht. Hierbei ist allerdings das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten.

    1. Werden diese Einrichtungen regelm√§√üig hinsichtlich der Qualit√§tsstandards √ľberpr√ľft?

Alle station√§ren Rehabilitationseinrichtungen sind verpflichtet, an einem internen Qualit√§tsmanagement-Verfahren teilzunehmen, das von der Bundesarbeitsgemeinschaft f√ľr Rehabilitation (= BAR) anerkannt worden ist. N√§here Informationen sind unter www.bar-frankfurt.de einsehbar. Zudem wird eine externe Qualit√§tssicherung durchgef√ľhrt. N√§heres dazu ist unter www.qs-reha.de dargestellt.

Nach Erstzertifizierung haben die stationären Rehabilitationseinrichtungen innerhalb von jeweils drei Jahren eine Re-Zertifizierung der internen Qualitätssicherung nachzuweisen. Bei der externen Qualitätssicherung wird die Einrichtungen nach Indikationen entweder in das Verfahren der Krankenversicherung oder das Qualitätssicherungsverfahren der Rentenversicherung einbezogen. Zutreffend ist jeweils das Verfahren des Hauptbelegers der Klinik.

    1. Inwieweit kann der Patient Einfluss auf die Wahl der Reha-Klinik nehmen (Wunschrecht, Mitspracherecht)?

Selbstverst√§ndlich kann der Versicherte seinen Wunsch nach einer bestimmten Einrichtung anf√ľhren. Die Bewilligung der jeweiligen Reha-Einrichtung erfolgt dann nach Abw√§gung aller Aspekte (Wunsch des Versicherten, Fachrichtung der Einrichtung, reha-begr√ľndende Diagnosen, Wirtschaftlichkeit usw.)

    1. Welches sind beispielsweise √ľberzogene Gr√ľnde eines Patienten f√ľr die Klinikwahl, denen nicht stattgegeben werden kann?

Der Wunsch nach einer Klinik, deren Versorgungsstandard weit √ľber das Ma√ü des medizinisch Notwendigen hinausgeht und damit unverh√§ltnism√§√üig h√∂here Kosten verursachen w√ľrde.
Eine Einrichtung, die ggf. nicht zertifiziert ist.

    1. Kliniken unterscheiden sich von der Lage, der Gr√∂√üe und Ausstattung, dem medizinischen Angebot und der Verf√ľgbarkeit/Erfahrung/Qualifikation des Personals sowie von den Kosten. Inwieweit d√ľrfen rein wirtschaftliche Gr√ľnde der AOK √ľber die Auswahl der Klinik entscheiden?

Die Entscheidungen erfolgen nach pflichtgemäßem Ermessen und orientieren sich dabei an den medizinischen Erfordernissen des jeweiligen Einzelfalls.

    1. Wo erhalten Patienten Hilfe, wenn sie mit der vorgeschlagenen Klinik nicht einverstanden sind?

Wenn keine Einverständnis mit der vorgeschlagenen Einrichtung besteht ist es sinnvoll, nochmals ein Gespräch mit dem AOK-Berater zu suchen.

    1. Können Sie Beispiele nennen, wo eine Einigung mit dem Patienten zu seinen Gunsten erfolgt ist und wie sich das auf den Reha-Erfolg (positiv oder negativ) ausgewirkt hat?

Fälle, bei welchen der Versicherte eine oder mehrere Wunscheinrichtungen angibt, und dem Wunsch entsprochen wird, kommen immer wieder vor. Sich hieraus ergebende positive oder negative Auswirkungen auf den Reha-Erfolg sind allerdings nicht bekannt.

– Vielen Dank an Josef Bucher f√ľr das Interview! –

Die Wahl der passenden Reha-Einrichtung

Patienten informieren sich √ľber in Frage kommende oder bereits zugewiesene Rehakliniken unter anderem im Bekanntenkreis und im Internet. Die Meinungen beruhen oftmals auf eigenen Erfahrungen und sind individuell gepr√§gt. Soweit m√∂glich, k√∂nnen sich Antragsteller vor Ort umsehen oder die bewilligte Klinik kontaktieren.

Ist aus Sicht eines Patienten der Rehaerfolg gef√§hrdet, rate ich zu einem Gespr√§ch mit dem Kostentr√§ger. Vertane Zeit und verschwendete Kosten n√ľtzen n√§mlich weder dem Kostentr√§ger noch dem Patienten. Doch auch der Patient ist in der Pflicht: Er muss selbst aktiv mitwirken, damit die Ma√ünahme zum Erfolg f√ľhrt. Vielen ist es dabei wichtig, dem Alltag zu entfliehen, um sich ganz (und ganzt√§gig) auf sich selbst konzentrieren zu k√∂nnen – station√§r. Auch √§u√üere Umst√§nde tragen zur Genesung bei, wie die Umgebung, die Gestaltung der Zimmer, das Freizeitangebot und vieles mehr. Tapetenwechsel tut gut!

Zwei Beispiele sollen verdeutlichen, wo sich Patienten meiner eigenen Erfahrung nach gut nach aufgehoben f√ľhlen. In die Beobachtungen flossen auch Gespr√§che mit Mitpatienten ein, die im Verlauf ihres Reha-Aufenthaltes von guten gesundheitlichen Fortschritten berichteten.

Beide Reha-Kliniken liegen in landschaftlich sch√∂nen, aber ganz unterschiedlichen Gegenden. Wer sich f√ľr detaillierte Erfahrungen interessiert oder selbst etwas beizutragen hat, nutzt bitte das Kommentarfeld.

Rehabilitations- und Präventions-Zetrum Bad Bocklet

Schwerpunkte:

  • Innere Medizin / Urologie
  • Orthop√§die
  • Psychosomatik
  • Geriatrie

 

Diese Beitr√§ge √ľber die Rehaklinik Bad Bocklet k√∂nnten Sie interessieren:

Reha-Zentrum Bad Bocklet

Medical Park Chiemsee

Schwerpunkte:

  • Orthop√§die
  • Sportmedizin
  • Traumatologie

Medical Park Chiemsee

Tags: , ,

Nichts verpassen und neue Beiträge abonnieren

Privatsphäre garantiert! Jederzeit abbestellbar!

einen Kommentar schreiben

Bitte Einloggen , um einen Kommentar zu hinterlassen

Top