Mangelnde Medienkompetenz √∂ffnet Cyberkriminellen T√ľr und Tor

[Kommentar]
Kind Smartphone

Bild: @rawpixel.com

Um einmal mit der Mode-Ikone Iris Apfel zu sprechen, geh√∂ren viele von uns zur Generation der Kn√∂pfendr√ľcker. Anscheinend kennen sich die jungen Leute von heute echt aus mit ihren digitalen Ger√§ten, sind sie doch augenscheinlich sehr oft online. Naja, so lange, wie sie mit Blick auf den Monitor nicht nur gegen eine Ampel rennen.
Die junge Generation wei√ü genau, wo sie √ľberall mitreden „muss“ und f√§hrt auf die neuesten Trends ab. Jede Kommunikation mit anderen ist furchtbar wichtig und nat√ľrlich meist digital, als g√§be es kein reales Leben. Manche m√∂gen sich dar√ľber aufregen, weil sie vergessen haben, dass auch in ihrer Jugend bestimmte Verhaltensweisen angesagt waren, die die damaligen Alten schlecht fanden. Aber darum geht es hier gerade nicht.

Der Löwe lauert am Wasserloch

cybercrime

Bild: @B_A/pixabay.com

Viele junge Leute bewegen sich mit ihren Smartphones auf ganz d√ľnnem Eis. Sie haben Medienkompetenz schlichtweg nicht gelernt. Kinder und Jugendliche sind deswegen eine leichte Beute. F√ľr Cyberkriminelle kann es gar nicht besser laufen. Und dann passiert es: Cybermobbing, Onlinespiel- oder Mediensucht, sexuelle Bel√§stigungen, N√∂tigungen, Erpressung …

G. wird bequatscht, doch auch mal ein Nacktfoto von sich hochzuladen, machen ja alle, da kann man ja schlecht „nein“ sagen. Und dann folgen Erpressung, Mobbing, falsche Identit√§ten, Verabredungen, Handgreiflichkeiten, vielleicht sogar Mord.

Aufwachen! Wir sind hier nicht im Film! Zumindest die Tr√§nen sind echt, die Best√ľrzung und die Scham sind es auch. Die Betroffenen sind an einem Punkt, wo sie sich Hilfe suchen m√ľssen, sonst kann es noch viel schlimmer kommen. Die „echten, richtigen“ Menschen in ihrem Lebensumfeld sollten erste Ansprechpartner sein.

Polizei, Sozialp√§dagogen oder Lehrer m√ľssen je nach Lage einbezogen werden. Das alles ist ziemlich unangenehm, aufreibend und schmerzhaft. Aber notwendig, wei√ü Birgit Zwicknagel vom Verein „Computerm√§use Stamsried“. Der in Ostbayern einzigartige „Gemeinn√ľtzige Verein zum Schutz unserer Kinder in den Neuen Medien“ bew√§ltigt t√§glich anfallende Anfragen und Notrufe von Schulen, Privatpersonen, Polizeiinspektionen und verschiedensten Organisationen. Die sieben aktiven Mitglieder arbeiten eng mit anderen Beh√∂rden zusammen, um Straftaten zu verhindern, aber vor allem in Notsituationen. Und das ehrenamtlich und gerne!

Kann ein brisantes Thema wie Cyberkriminalit√§t in den H√§nden Ehrenamtlicher liegen? M√ľssen Ehrenamtliche, die t√§glich Anrufe bis in die Nacht hinein entgegen nehmen, mit ihrem Engagement eine gesellschaftliche L√ľcke schlie√üen? Wohl kaum. Das ist weder menschlich zu bew√§ltigen noch rechtlich vertretbar. Hier braucht es meiner Auffassung nach den Zusammenschluss von staatlichen Stellen, Beh√∂rden, Organisationen usw., eine Art Task Force, um unsere Kinder und Jugendlichen zu schulen und zu sch√ľtzen. Unbedingt sollte man hierbei auf die Kompetenz von Vereinen wie den Computerm√§usen zur√ľckgreifen. Das ist ein echter Schatz! Oder etwa nicht? Und wer k√ľmmert sich um den? Sehe ich hier Wortmeldungen oder Handzeichen? Gerne als Kommentar unten …

Hilfsangebote

Um eines k√∂nnen wir uns alle selber k√ľmmern: Medienkompetenz erlernen. Wir erlangen die F√§higkeit, unterschiedlichste Medienangebote inhaltlich und technisch einzusch√§tzen, f√ľr unsere Zwecke zu nutzen und mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen. In erster Linie liegt es in den H√§nden der Eltern, ihren Kindern den Umgang mit den Medien beizubringen.

Viele Eltern können sich nicht vorstellen, wie ihre Kinder in schlimme Situationen hineinrutschen. Oftmals haben sie selbst Defizite in Sachen Medienkompetenz, was in Anbetracht der schnellen technologischen Entwicklung irgendwie auch kein Wunder ist. Oder es mangelt an gegenseitigem Vertrauen. Es gebe nur wenige Eltern, die sich um diese Probleme nicht scheren, erwähnt Birgit Zwicknagel auf ihren Vorträgen. Hier zeigt sie u. a. anonyme Chatverläufe, die einem den Atem stocken lassen. Nur mal so nebenbei.
Birgit Zwicknagel

F√ľr Kinderg√§rten und Schulen braucht es p√§dagogische Konzepte und digitalkompetente Erzieher und Lehrkr√§fte. „Digitalkkompetenz, hatten wir das im Studium?“ Falls nicht, wird die Vereinsvorsitzende der Computerm√§use, Birgit Zwicknagel, gerne aushelfen, und zwar jedem, wie sie betont. Die ehrenamtlichen Leistungen umfassen bspw. jede Art von Fragen rund um die „neuen Medien“ und/oder die dazugeh√∂rigen Ger√§te einschl. Einkauf und Konfiguration. Der Verein gibt Hilfe beim sicheren Einrichten von sozialen Netzwerken und anderen Accounts und ber√§t in Einzel- oder Gruppengespr√§chen bei Problemen, die mit den „neuen Medien“ zusammenh√§ngen.
Aktuell arbeitet der Computerm√§useverein an einem Spieleratgeber. Birgit Zwicknagel sieht in Sachen Spiele √ľber das Internet einen erh√∂hten Bedarf, weil sie zunehmend ein Einfallstor f√ľr kriminelle Kontaktaufnahmen von T√§tern darstellen.

Mit ihrem Projekt „Clever ins Netz“ realisert die Unternehmerin Birgit Zwicknagel Vortr√§ge und Workshops. Dies sind

  • Sch√ľlerworkshops – alle Schularten, alle Jahrg√§nge Grundschule bis Berufsschule
  • Elternabende – an Kinderg√§rten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen
  • Erwachsenenvortr√§ge – f√ľr Vereine, Senioren, Kinderlose
  • Pr√§ventionsveranstaltungen f√ľr Kinder – f√ľr Vereine und andere Jugendinstitutionen
  • Fortbildungen – f√ľr Lehrer, Sozialp√§dagogen, Jugendbetreuer…
  • Privatschulungen im Medienkompetenzzentrum

Der Bedarf ist riesig. Keine Frage: Die Kn√∂pfendr√ľcker m√ľssen auf die Schulbank. Und so manch einer von uns ebenfalls. In der Theorie klappt das mit der Medienkompetenmz ja schon ein wenig, aber in der Praxis?

F√ľr Interessierte

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