Das Internet beeinflusst unsere Sprache

Metakommunikation im Internet ‚Äď echt verf√ľhrerisch!
Der Einfluss des Mediums Internet auf grundlegende gesellschaftliche Strukturen ist auch in der Sprache deutlich erkennbar. Surfen, chatten, mailen – das sind W√∂rter, die die H√ľter der deutschen Sprache erschrecken. Auf Web-Seiten, in Blogs, E-Mails und Chat-Rooms erlebt Deutsch jeden Tag neu einen Wandel.

RTM (Read the Message)
Wo die modernste Technologie zum Einsatz kommt, herrscht auch die neueste Art zu kommunizieren. Die Technologie setzt f√ľr die Sprache Richtlinien, die bisher kein Thema gewesen sind. In rasanter Geschwindigkeit verwurzelt englisches Vokabular. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich eine Gegenbewegung gegen unn√∂tige Anglizismen formiert hat. Bef√ľrchtungen einer √úberfremdung sind nicht angebracht. Die Technologie kann genauso schnell wegnehmen, was sie hervorgebracht hat. Und pl√∂tzlich werden W√∂rter an sich √ľberfl√ľssig.

In der Internet-Sprache erfahren Raum und Zeit eine neue Qualit√§t: Nahezu zeitgleich kann prinzipiell jeder weltweit kommunizieren. Schnelligkeit ist gefragt, denn es kostet Zeit, auf der Tastatur zwei Tasten dr√ľcken zu m√ľssen, um einen Gro√übuchstaben zu schreiben! Gechattet wird in Kleinbuchstaben. Akronyme (z. B.rtm ‚Äď read the message) sagen‚Äôs kurz. In der digitalen Sprache zwingt uns der ASCII-Zeichensatz, auf nichtenglische Buchstaben zu verzichten. Die Schriftsprache neigt dazu, weniger selbst√§ndig aufzutreten, sondern wird als Element neben anderen in komplexe multimediale Zeichengebilde eingebettet. Einige deutsche W√∂rter erhalten neue Bedeutungen (Adresse). Grapho¬≠stilistische Mittel – Smileys bzw. Frowneys – dr√ľcken Stimmungen und Gef√ľhle aus. Der Sprachgebrauch im Internet orientiert sich stark an der M√ľndlichkeit. Viele Internetnutzer schreiben, wie sie sprechen. Assimilationen (wars), Reduktionen (ne), Dialektausdr√ľcke (hall√∂li) und Buchstaben¬≠iterationen (sooooo) sind nur einige Beispiele des sprachlichen Wandlungsprozesses, die von einem ‚Äěkreativen‚Äú Sprachgebrauch zeugen. Positiv bewerten Sprachexperten die Tatsache, dass das Internet wieder mehr Menschen zum Schreiben verf√ľhrt.

Fazit: Unser jetziges Deutsch ist eine Sprache, die das Netz als Medium und den Diskurs seiner Nutzer widerspiegelt. Von einem tiefgreifenden Sprachwandel zu sprechen, w√§re √ľberzogen. KWIM?

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