Moshen gegen rechte Gewalt

MOSH Club Kolmberg spendet 3000 Euro fĂĽr den WEISSEN RING
MoshclubSie tragen zu Konzerten meist schwarze Kleidung, schütteln ihre Köpfe zum Rhythmus lauter Heavy-Metal-Musik, die langen Haare kopfüber. Manchen mögen sie Respekt einflößen, und das ist gut so.

Am Samstag, dem 19. September 2009, sitzen sie, die Mitglieder des MOSH Clubs Kolmberg (Landkreis Cham), entspannt in der warmen Spätsommer-Sonne vor ihrem Vereinslokal in Willmering.
Gäste sind gekommen, um die Spende aus dem Jubiläums-Konzert vom August 2009 entgegen zu nehmen: Beeindruckende 3000 Euro übergeben die Mitglieder des Clubs an den gemeinnützigen Verein WEISSER RING, die Opfern rechter Gewalt zugute kommen soll.

Siegfried Herrmann aus Regensburg, gerade erst zum kommissarischen Leiter der AuĂźenstelle Cham ernannt, und Pressesprecherin Ramona Hapke danken fĂĽr diese grandiose Geste. Schirmherr des Konzerts, Vizelandrat und BĂĽrgermeister von Willmering, Michael Dankerl, sowie die Vertreter der Stadt Cham, Petra Jakobi, Kulturamt, und Franz Summerer, Dritter BĂĽrgermeister, wĂĽrdigen mit ihrem Besuch das Engagement des MOSH Clubs.

Bereits zum siebten Mal nimmt der WEISSE RING eine Spende aus den Jahrespartys des Clubs entgegen. Dass in diesem Jahr die Stadt Cham noch 400 Euro drauflegen kann, ist der erst jungen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Cham und dem MOSH Club zu verdanken. Vereinspräsident Tobias „Dracho“ Babl organisierte mit der Stadt Cham gemeinsam ein Rockkonzert im Juli dieses Jahres. Ohne ihn hätte sie es nicht geschafft, lobt Jakobi den Einsatz von Dracho.
Den Erlös vom Eintritt übergeben Petra Jakobi und Franz Summerer an Siegfried Herrmann.

Als ehemaliger Polizist möchte Herrmann natürlich mehr über die jungen Leute vom MOSH Club und ihr Anliegen erfahren. „Dracho“ schmunzelt: „Wir sind ganz normal.“ Er plaudert aus dem Vereinsleben, das von zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten, wie Konzertbesuchen, Fußballturnieren, Bikertreffen, Wanderungen und Fahrten geprägt ist. Die 36 Mosher und vier Mosherinnen zwischen 18 und 40+ Jahren frönen ihrer Leidenschaft, dem Heavy Metal. Auf ihren Konzerten wollen sie wie andere junge Leute auch die Musik genießen und Spaß haben. Vor Jahren, berichtet „Dracho“, störten einige Anhänger der rechten Szene ihr Konzert. MOSH reagierte „heavy“: Die Musikveranstaltung wurde kurzerhand zum Benefizkonzert erklärt, der Erlös sollte Opfern rechter Gewalt in ihrer schwierigen Lebenssituation helfen. Von da ab verliefen die Konzerte wieder friedlich. Und das, weil sich alle Club-Mitglieder einig sind: Braune Gewalt hat bei ihnen nichts zu suchen.

Das Konzert wurde von der Einstellung der Vereinsmitglieder getragen, Menschen unterstützen zu können,

die nicht auf der Sonnenseite des Lebens leben dĂĽrfen,

wĂĽrdigt Michael Dankerl das gesellschaftliche Engagement des Clubs. Nach seinen Worten ist von dem Fest

eine Botschaft ausgegangen ins Land hinaus, der Einsatz des MOSH Clubs gegen Gewalt von Rechts.

Dankerl bedankte sich dafĂĽr, dabei sein zu dĂĽrfen und sprach dem Verein seine ausdrĂĽckliche Anerkennung aus.

Im Anschluss an die Spendenübergabe brachen die Mosher und Mosherinnen zu einem Ausflug in den Bayerischen Wald auf. Sie hatten hoffentlich einen schönen Nachmittag.
Ja, sie sind ganz normal, sie lachen, scherzen, sind freundlich und couragiert, davon konnten sich die Gäste an diesem Nachmittag überzeugen. Und Mosher wissen, wo es im Leben langgeht. Fürchten müssen sich wirklich nur die, die diesen Frieden stören wollen.

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