Zecken auch bei niedrigen Temperaturen unterwegs

Die Zahl gemeldeter FSME-F√§lle steigt bundesweit weiter an. Entwarnung f√ľr die kalte Jahreszeit kann nicht gegeben werden, denn die Spinnentiere sind auf Nahrungssuche, solange es 7 Grad Celsius oder w√§rmer ist. Mit ihrem Stich k√∂nnen sie Krankheitserreger √ľbertragen, darunter Fr√ľhsommer-Meningoenzephalitis(FSME)-Viren und Borreliose-Bakterien. Nicht nur der Gemeine Holzbock FSME-Viren √ľbertr√§gt Viden, sondern auch die Auwaldzecke.

Quelle: zecken.de

FSME-Viren k√∂nnen eine Entz√ľndung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems ausl√∂sen und mitunter schwere Langzeitfolgen nach sich ziehen. Der Virus ist nicht urs√§chlich behandelbar. √Ąrzte k√∂nnen nur Beschwerden, wie hohes Fieber und Schmerzen lindern. Trotzdem nehmen viele Menschen die Gelegenheit zur Impfung nicht wahr, weil sie bspw. meinen, nicht in einem Risikogebiet zu leben. Das ist riskant: Niedersachsen, eigentlich kein FSME-Risikogebiet, warnte schon im Mai vor stechlustigen Zecken.

Ende Juli vermeldete das zust√§ndige Robert Koch-Institut die dritth√∂chste Zahl von FSME-Infektionen zu diesem Zeitpunkt im Jahr seit 2001. 249 Menschen waren bis dahin an FSME erkrankt. Die √ľberwiegende Mehrheit von ihnen verteilt sich auf die bekannten FSME-Risikogebiete, dazu z√§hlen gro√üe Teile Bayerns und Baden-W√ľrttembergs sowie Regionen im S√ľden Hessens und Th√ľringens.

Der Bayerische Wald zählt zu den Risikogebieten.

Dem Gesundheitsamt Cham wurden 2017 bis jetzt sieben FSME-Fälle gemeldet,

gibt Dr. Karola Spiegler-Denk unserer Redaktion Auskunft.

Schutz vor Zecken

F√ľr den Aufenthalt im Freien (Wald, G√§rten, Parks):
– Hosensaum in die Socken stecken
– festes Schuhwerk
– Zecken abschrecken mit entsprechenden Repellents, die auf die Haut/Kleidung aufgespr√ľht werden.

Zudem kann eine Impfung dazu beitragen, das Risiko einer Infektion mit FSME-Viren nach einem Zeckenstich zu reduzieren. Wer sich neben der allgemeinen Zeckenvorsorge jetzt √ľber die Impfung informiert und √ľber den Winter mit der Grundimmunisierung startet, sorgt optimal f√ľr die n√§chste Outdoorsaison vor.

Über Zecken grassieren einige Mythen. Richtig ist (Liste nicht vollständig!):

  • Zecken fallen nicht von B√§umen.
  • Zecken bei√üen nicht, sie stechen (Stechr√ľssel).
  • Ein Herausdrehen der Zecke ist zu vermeiden. Zecke besser senkrecht aus der Haut herausziehen!
  • Keinesfalls Klebstoff oder √Ėl verwenden!
  • Zecken √ľberleben einen Waschgang bei 40 Grad Celsius in der Waschmaschine.
  • Zecken werden aktiv, sobald es an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 Grad Celsius warm oder w√§rmer ist. Also ggf. auch im Winter.
  • Gegen Borreliose gibt es keine Impfung.
  • Zecken k√∂nnen Krankheitserreger auch auf Tiere √ľbertagen.

Zeckengefahr f√ľr den Hund

Die Braune Hundezecke, die urspr√ľnglich in Afrika und S√ľdeuropa beheimatet war, kommt mittlerweile auch hierzulande vor und bevorzugt als Wirt ebenfalls den Hund. Ebenso wie Menschen k√∂nnen sich auch Hunde durch einen Zeckenstich mit verschiedenen Krankheitserregern infizieren. Zu den bekanntesten Erkrankungen z√§hlen unter anderem Borreliose, FSME, Babesiose (auch Hundemalaria genannt) oder Anaplasmose.

Die Bakterien befinden sich im Darm der Zecke und k√∂nnen ab einer Saugdauer von mehr als zw√∂lf Stunden in den Organismus von Mensch und Tier √ľbergehen. Die bei einer Borreliose f√ľr den Menschen typische Wanderr√∂te tritt beim Hund kaum auf, da das Fell die Haut verdeckt oder die R√∂tung sogar ganz ausbleibt. Zu den ersten Symptomen beim Hund z√§hlen Fieber und Appetitlosigkeit. Borreliose kann bei Vierbeinern im weiteren Verlauf die Gelenke, im schlimmsten Fall Organe und das Nervensystem sch√§digen.

Best√§tigt der Tierarzt den Verdacht, wird in der Regel ein Antibiotikum eingesetzt. F√ľr Hunde gibt es auch eine Impfung gegen den am h√§ufigsten auftretenden Bakterienstamm ‚Äď Borrelia burgdorferi ‚Äď und zudem einen Impfschutz gegen zwei weitere Borrelia-St√§mme und damit gegen rund 90 Prozent der in Deutschland vorkommenden Borreliose-Bakterien.

F√ľr den Vierbeiner sind Spot-on-Pr√§parate, Parasitenhalsband oder Tabletten gegen Zecken geeignet. Gut sind auch abwehrende Duftstoffe f√ľr Zwei- und Vierbeiner ‚Äď f√ľr den Menschen hei√üen diese Repellents, f√ľr den Hund Kontakt-Antiparasitika.

Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man nicht nur sich selbst, sondern auch den Hund nach Zecken absuchen.

Erfahrungswerte

Seit wir unseren vierbeinigen Liebling regelmäßig mit Bio-Kokosöl einreiben, hat er deutlich weniger Zecken. Eine Empfehlung möchten wir dennoch nicht geben, mit Kokosöl zu arbeiten. Uns interesieren vielmehr Erfahrungen von anderen Hundehaltern dazu.
Das Kokos√∂l ist auf jeden Fall gut f√ľr Haut und Fell, aber √ľberteiben darf man es nat√ľrlich nicht.

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