Weltweit unterwegs im Internet

Die Zahl der Nutzer von internetfĂ€higen GerĂ€ten nimmt stetig zu. Auch die Anzahl der Hotspots in Hotels steigt weltweit stark an. Allein in Deutschland gab es im Jahr 2008 etwa 14.200 WLAN-Hotspots zum Beispiel auf FlughĂ€fen, in Hotels oder CafĂ©s, teilte der Hightech-Verband BITKOM mit. WLAN im Hotel – diesen Mehrwert wissen nicht mehr nur GeschĂ€ftsreisende zu schĂ€tzen. Hotels erschließen sich mit der Bereitstellung eines drahtlosen Internetzugangs fĂŒr ihre GĂ€ste eine zusĂ€tzliche Einnahmequelle und steigern die AttraktivitĂ€t ihres Betriebes.

WLAN
Wireless Local Area Network, kurz Wireless LAN oder WLAN, ist die Bezeichnung fĂŒr ein drahtloses, lokales Funknetz. In Spanien und einigen anderen LĂ€ndern wird dafĂŒr auch der Begriff Wi-Fi, Wireless Fidelity, in Anlehnung an Hi-Fi verwendet. WLAN bzw. Wi-Fi ĂŒbertrĂ€gt Daten je nach Standard (a/b/g/n) zwischen 11 und 300 Megabit pro Sekunde.

FĂŒr den Zugang zu einem Hotspot eignen sich Laptops bzw. PDAs mit eingebautem WLAN- Modul oder mit WLAN-PC-Karte.

Kundenbindung mit WLAN
Es reicht nicht mehr aus, einen PC mit Internetanschluss irgendwo im Hotel zu platzieren. Immer mehr Hotels sehen die Bereitstellung von WLAN als Kundenbindungs-Instrument. Insbesondere in HĂ€usern der gehobenen Kategorie erwarten Business-GĂ€ste höchsten Komfort, d. h. einen schnellen Internetzugang beispielsweise fĂŒr eine VideoprĂ€sentation, sowie höchste Erreichbarkeit.

„ServicequalitĂ€t, -verfĂŒgbarkeit und die Innovationskraft eines Providers entscheiden also darĂŒber, ob ein Hotel durch die Einrichtung eines Hotspots an Image gewinnt oder nicht. Ein nicht optimal funktionierendes WLAN kann schnell zur Kostenfalle und zum Imagekiller werden. Idealerweise sind sowohl das System als auch die Hotline mehrsprachig“, schĂ€tzt Achim Möhrlein, GeschĂ€ftsfĂŒhrer The Cloud Networks GmbH und Vorstandsvorsitzender der GlobalAirNet AG (GANAG), die Situation fĂŒr Hotels ein. Im Tagungsbereich bietet The Cloud vom einfachen Gruppenzugang ĂŒber komplexe Netzwerklösungen bis hin zum All-inclusive-Conference-Service alles an.
Auch IT-Unternehmen, wie XCONY oder Envel können derartige Aufgabenstellungen bewÀltigen.

„Unsere Business Center PCs verfĂŒgen ĂŒber eine BenutzeroberflĂ€che, welche in 34 Sprachen jedem Gast einfaches Handling ermöglicht. Schneller Internetzugang, Anwendung von Software-as-a-Service-Anwendungen, weltweite Internet-Telefonie oder Nutzung der integrierten Webcam lassen keine WĂŒnsche offen“, bescheinigt Möhrlein.

Technische Umsetzung: eigenes System oder WISP
Wer WLAN in seinem Hotel betreiben möchte, kann sich zwischen verschiedenen technischen Lösungen und Tarifmodellen entscheiden. Ob eigenes System oder WISP, fĂŒr den Hotelgast muss die Abrechnung in jedem Fall transparent und der Zugang einfach sein.

Bezieht ein Hotel bereits Internet-Connectivity ĂŒber einen Provider seiner Wahl, wird es sich bei der Beratung zu WLAN an ihn oder ein IT-Unternehmen wenden. Fragen der Hardware, Software, Installation, Wartung, Sicherheit, Kosten und Rechtsfragen wie etwa der Protokollierung von Verbindungsdaten wird er mit einem IT-Unternehmen klĂ€ren, welches das System im Gastbetrieb installiert.

Ein IT-Unternehmen baut bei Bedarf ein Netzwerk auf, sofern noch keines vorhanden ist, und bindet die WLAN-Komponenten ein. DafĂŒr fallen Anschaffungskosten fĂŒr WLAN- und ggf. weitere drahtgebundene Ressourcen an.

Ist bereits ein Netz (Antennen, Verkabelung) vorhanden, reicht das Implementieren einer geeigneten Hard- und Software-Komponente (Appliance) fĂŒr den WLAN-Zugang und die organisatorische Abwicklung. Die Kosten liegen bei ca. 700 Euro (beispielsweise das neueste System von XCONY) fĂŒr ein kleines Hotel. Ein großes Hotel mit mehreren Etagen und diversen hotelinternen Einrichtungen muss mit höheren Investitionsausgaben kalkulieren.

Moderne Systeme werden den heutigen AnsprĂŒchen der GĂ€ste gerecht und sind individuell konfigurierbar. Das Hotel legt unabhĂ€ngig vom Provider die GebĂŒhren fest, die es direkt vom Hotelgast kassiert und generiert so Mehreinnahmen, sofern es die Kosten an die GĂ€ste weitergeben will.

Bahman Davoudzadeh, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Envel Informationssysteme GmbH, rechnet vor: Zahlt ein Benutzer eine Tagespauschale von 5 Euro fĂŒr die WLAN-Nutzung, nimmt das Hotel im Jahr 6000 Euro ein; Grundlage seiner Beispiel- Kalkulation sind 20 Arbeitstage pro Monat. Die Anschaffungskosten fĂŒr das Envel WLAN-BS beginnen bei 1600,00 Euro zuzĂŒglich MwSt. und Versand. GeschĂ€tzte Providerkosten um die 40 Euro pro Monat kommen hinzu. Nach Davoudzadehs Meinung amortisiert sich sein System spĂ€testens nach 12-18 Monaten.

Alternativ zur Anschaffung eines eigenen Systems kann sich das Hotel an einen WISP (Wireless Internet Service Provider) wenden und bindet sich per Vertrag an dessen Konditionen. Der Vorteil fĂŒr den Hotelgast besteht in AbhĂ€ngigkeit von den Vertragskonditionen u. U. darin, dass er mit seinen persönlichen Login-Daten an jeden Hotspot des WISP-Netzwerkes Zugang zum Internet hat.

WISP als Komplettanbieter wie The Cloud stellen die gesamte Infrastruktur bereit, binden Hotel-Hotspots an ihr eigenes Netzwerk ein, ĂŒbernehmen den Anschluss an das Internet-Backbone, die Authentifizierung der Benutzer und betreuen die Hotels und GĂ€ste rund um WLAN.

Die Nutzung des Zugangs ĂŒber WISP ist oft bestimmten Auflagen unterworfen; abgerechnet wird gemĂ€ĂŸ Vertrag, wobei auch hier unterschiedliche Modell denkbar sind. Authentifizierung, Autorisierung und Accounting finden im Netz des WISP statt. Die Einnahmen fließen direkt an ihn oder das Hotel rechnet Mehreinnahmen durch einen Aufschlag oder Premium-Services ab.

Achim Möhrlein nennt flexible GeschĂ€ftsmodelle, wie das Hybridmodell, ein Mix aus kostenfreiem Basis-Breitband-Internet-Angebot und kostenpflichtigem Premium-Service. “Wir haben verschiedene Kundengewinnungs- und -loyalitĂ€tsprogramme entwickelt, darunter zum Beispiel der Zugang ĂŒber Inklusiv-WLAN-Raten oder ĂŒber GĂ€stebonuskarten.“

Sicherheit im WLAN
Jeder, der im Internet unterwegs ist, trĂ€gt eine gewisse Sorgfaltspflicht. „Genau genommen sollte man sich niemals darauf verlassen, wie sicher oder unsicher fremde Netze sind“, sagt Besim Karadeniz, Betreiber des Internet-Lexikons Netplanet aus Erfahrung. Surfen ĂŒber VPN oder per SSL (HTTPS), eine allgemeine Achtsamkeit beim Aufruf von Internetseiten und Abholen von Mails sowie das Deaktivieren der „Datenfreigabe“ im Betriebssystem sind Maßnahmen, die der Nutzer selbst ergreifen kann.

Sicherheitsaspekte im Wi-Fi sind u. a. die SSL-geschĂŒtzte Anmeldung, Viren- und Spamschutz, Firewall, Intrusion Detection und Prevention, sowie Abhörsicherheit durch VPN (Virtual Private Network) fĂŒr besonders sensible Daten, die beispielsweise an einen Firmenrechner ĂŒbertragen werden sollen. Viele WISP und GerĂ€te der neuen Generation stellen diese Funktionen bereit.

Der Hotelier ist gesetzlich verpflichtet, sich vor missbrĂ€uchlicher Nutzung zu schĂŒtzen. Werden ĂŒber sein System rechtswidrige Handlungen ausgefĂŒhrt, haftet er. Deshalb sollte er sich vom Hersteller seines GerĂ€tes bzw. WISP eingehend zu sicherheitsrelevanten Fragen beraten lassen. Systeme, die den Internetzugang und die Abrechnung protokollieren, schaffen fĂŒr den WLAN-Anbieter eine hohe Rechtssicherheit.

Achim Möhrlein erlĂ€utert die Sichtweise seines Unternehmens wie folgt: „The Cloud stellt mit dem ordnungsgemĂ€ĂŸen Betrieb des WLAN-Netzes das Hotel von Haftungsrisiken frei. Bei VerstĂ¶ĂŸen drohen Bußgelder an die Bundesnetzagentur von bis zu 0,5 Million Euro. Wenn wir mit im Boot sind, muss sich der Hotelier muss um all das nicht mehr kĂŒmmern.“

Werbe-Filter und Contentsperre könnten vom Gast nicht gewĂŒnscht sein, so dass das Hotel hier selbst darĂŒber entscheiden muss, wie weit sein Netz offen sein soll, sofern es eine eigene Lösung im Einsatz hat. Nach Meinung von Lars Neueffski, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Firma XCONY, machen Filter wenig Sinn, da sie umgehbar sind und zudem aufwĂ€ndig in der Pflege. Ärgerlich fĂŒr den Kunden könnten auch sogenannte „False Positives“ sein. Das heißt, Filter sperren etwas, was eigentlich nicht „negativ“ ist.

Access- und Guthabenmanagement

Moderne Systeme ĂŒbernehmen die Freischaltung, Sperrung und das Guthaben-Management fĂŒr den Zugang der HotelgĂ€ste. Nutzer möchten einen möglichst einfachen Zugang zum Internet, d. h. ohne aufwĂ€ndige Konfiguration und ohne Installation zusĂ€tzlicher Software, und das möglichst kostenlos bzw. kostenarm und schnell. Dem Nutzer sind NetzwerkschlĂŒssel, DHCP oder feste IP nicht zuzumuten.

Systeme, die alle gÀngigen Laptop, Smartphones und PDAs sowie deren Netzwerkeinstellungen automatisch erkennen und falsche Netzwerk-Einstellungen im Laptop ggf. korrigieren, garantieren den unkomplizierten Zugang zum Internet. Ausgereifte Systeme unterbinden die unkontrollierte Nutzung. Im Missbrauchsfall ist nachvollziehbar, welcher Gast zu welchem Zeitpunkt den Internetanschluss benutzt hat.

In der Regel erfolgt die Anmeldung des Users ĂŒber den Webbrowser, wo er einen Code eingeben muss. Je nach System fĂŒhrt es den Nutzer automatisch zur Anmeldeseite, die im Corporate Design gestaltet und mehrsprachig konfiguriert werden kann oder bereits vorkonfiguriert vom WISP bzw. GerĂ€te-Herstellern angeboten wird.

Ob das Hotel den ZugangsschlĂŒssel in Papier- oder Kartenform oder digital bereitstellt, ist nicht von Belang. Meist zahlt der Nutzer zeit- und nicht volumen-abhĂ€ngig. In AbhĂ€ngigkeit vom eingesetzten Router surft der Gast ĂŒber ein DSL-Modem oder einen Highspeed-Zugang per Standleitung.

Durch ein durchdachtes, transparentes Guthabenmanagement wird ein Hotel seine GĂ€ste binden können. Dazu gehören auch die Wiederverwendbarkeit angebrochener Codes sowie die Speicherung und Anzeige der verbleibenden Restzeit ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hinweg. Von Vorteil fĂŒr den Kunden ist ein System, das sekundengenau abrechnet und nach Abmeldung automatisch das Rest-Guthaben speichert bzw. bei Nicht-Nutzung abschaltet. Auch nach einem Stromausfall sollten Codes ihre GĂŒltigkeit behalten.

Hotelmanager gestalten die Abrechnungs-ModalitĂ€ten ganz unterschiedlich. Eine kostenlose Bereitstellung des Internetzugangs ist den GĂ€sten zwar die liebste, ggf. werden die Kosten jedoch ĂŒber die Zimmerpreise reguliert. Verschiedene offene Abrechnungsmodelle mit Vorauszahlung oder nachtrĂ€glicher Abrechnung existieren neben der Kostenlos-Variante. FĂŒr das Hotel ergeben sich u. U. Einnahmen, die nicht nur die Anschaffungs- und Betriebskosten decken. Durch Kooperationen mit Mobilfunkanbietern eröffnen sich weitere Möglichkeiten der Tarifgestaltung.

Inwieweit sich ein System fĂŒr die Werbung nutzen lĂ€sst, ist abhĂ€ngig von dessen Funktionsumfang. Hoteliers sollten GerĂ€te-Hersteller bzw. WISP auf diese Möglichkeit ansprechen, um ggf. Mehreinnahmen generieren zu können.

Hilfe fĂŒr Anbieter und Nutzer
Je einfacher der Internet-Zugang fĂŒr den Hotelgast ist, desto weniger Hilfe wird er benötigen, im Normalfall keine. WISP warten ihre Systeme selbst und sorgen fĂŒr den störungsfreien Zugang und maximale VerfĂŒgbarkeit. Hotels mit eigenen Systemen können beispielsweise den IT-Dienstleister ihres Vertrauens mit dem Service beauftragen. Der Hotelier sollte sich bereits vor der Anschaffung nach Serviceleistungen und möglichen Wartungskosten erkundigen.

Neben Support-Foren geben die Hersteller von GerĂ€ten teilweise kostenlose Hilfe per Telefon und/oder E-Mail und aktualisieren ihre FAQ auf der Website. In dringenden FĂ€llen beauftragen sie einen Partner vor Ort oder schicken selbst einen Service-Techniker. Über Fernwartung, wie sie beispielsweise XCONY anbietet, lassen sich Störungen zeitnah beseitigen. Der WISP The Cloud fĂ€ngt mit seiner mehrsprachigen 24/7-Hotline fĂŒr HotelgĂ€ste eventuelle Probleme auf.

Hilfe gibt es auch bei der Hardware: Einige Hotels sind gut auf internetaffine Kunden vorbereitet. Sie halten Laptops und Zubehör zum Ausleihen vor.

Die Zukunft von WLAN in Gastbetrieben

Der AufwĂ€rtstrend bei der Bereitstellung von WLAN in Hotels ist klar erkennbar. „Einflussfaktoren sind und bleiben die Gesetzgebung im Bereich Telekommunikation, die Innovationsstrategien der Hardware-, EndgerĂ€te- und Applikationshersteller sowie das BedĂŒrfnis des Kunden nach immer einfacheren mobilen Zugangsmöglichkeiten zu Breitbandnetzen“, schĂ€tzt Achim Möhrlein die Situation ein. Er kann sich vorstellen, dass es Produkt-Cluster zwischen z. B. Mobilfunk-Netzbetreibern, EndgerĂ€teherstellern und WLAN-Providern geben wird, die dem Kunden ermöglichen, ĂŒberall nahtlos online zu gehen.

WeiterfĂŒhrende Informationen

  • Technische Richtlinie Sicheres WLAN (Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik): http://www.bsi.bund.de

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