Virtueller Selbstmord durch Networking?

Schon unser seliger Familien-Hausarzt riet vor Jahrzehnten, als an Internet noch gar nicht zu denken war:

Alles in MaĂźen!

FĂĽr soziale Netzwerke gilt meiner Erfahrung nach das Gleiche.

Dass das Internet für einige User zur Sucht geworden ist, können Therapieeinrichtungen sicher mit Zahlen belegen. Die Profil Redaktion GmbH schreibt im Redaktionsblog:

Dass exzessive Facebook-Existenzen durchaus Suchtpotenzial – mit Konsequenzen wie sozialer Isolation, Verwahrlosung, Depressionen, Vernachlässigung des Körpers, Gewichtszunahme, Konzentrationsunvermögen und Karriereeinbrüchen – bergen können, ist inzwischen durch Studien und Statistiken belegt, wobei die meisten Daten aus den USA und Großbritannien stammen.

social mediaDeswegen soziale Netzwerke als Zeitfresser und Wirtschaftsschädlinge zu verdammen, halte ich für unzeitgemäß und ignorant. Denn wie im realen Leben auch trägt jeder für sich selbst die Verantwortung, man denke nur an Komasäufer, Raucher, Fahrer illegaler Autorennen.

Der Umgang mit Social Media ist erlernbar. Doch wer lehrt ihn uns?
Natürlich sind die Eltern als Ansprechpartner ihrer Kinder diejenigen, die das Leben in der Familie regeln. In Bezug auf Fernsehkonsum gibt es ja eine ähnliche Herausforderung. Erst danach würde ich die Schule in die Pflicht nehmen. Manche Eltern mögen das jetzt gerne andersherum sehen. Inwieweit Schule und Elternhaus bereits zusammenarbeiten, darüber fehlen mir aktuelle Einblicke ins das schulische Leben.

Auf positive Resonanz dĂĽrfte die Initiative „Ein Netz fĂĽr Kinder“ stoĂźen, die sich an Kinder, Eltern und Pädagogen wendet. Auch Symantec, Anbieter von Sicherheits-, Storage- und Systemmanagement-Software, unterstĂĽtzt die Initiative.

Internet und digitale Medien sind heute so selbstverständlich in den Alltag integriert, dass Kinder schon sehr frühzeitig damit in Kontakt kommen,

so Christof Sturany, Geschäftsführer Symantec Deutschland.

Umso wichtiger ist es, einerseits Kinder auf eine sichere Weise an das Medium heranzufĂĽhren und zum anderen Eltern fĂĽr Risiken zu sensibilisieren.

Scheinbar viel einfacher gestaltet sich der mediale Lernprozess für Mitarbeiter in Unternehmen. Firmen schulen ihre Mitarbeiter im Umgang mit Social Media in Seminaren und minimieren so das Risiko, durch unvorsichtige Äußerungen und Veröffentlichungen Reputations-Probleme zu bekommen. Social Media lernen diese geschulten Mitarbeiter aber erst „richtig“ durch die eigene Praxis, indem sie über geeignete Inhalte nachdenken, das zeitliche Maß einhalten und mit Kritik umgehen lernen. Und das kann manchmal wirklich ganz und gar nicht einfach sein.

Lebenslanges Lernen ist seit Jahren ein strapaziertes Argument in Bezug auf Veränderungen im Berufsalltag. Social Media tragen zu diesem Lernprozess bei. In sozialen Netzwerken lernen Menschen ständig voneinander, wie Netzkultur funktioniert, sie teilen Wissen, auch für ihren Beruf.

Das verfügbare Wissen für mein/unser persönliches, lebenslanges Lernen ist enorm…damals gab es da nur die Stadtbücherei ;),

schreibt Cyberhippie im Blog der Jugendförderung Witzenhausen.

Ein recht interessantes Video von Karl Fisch beschreibt das Lernen von heute:

https://youtube.com/watch?v=pMcfrLYDm2U%26hl%3Dde%26fs%3D1%26

Barack Obamas Wahlkampf wird gerne als signifikantes Beispiel fĂĽr gelungene Medienarbeit herangezogen. Obamas Erfolg stellt sich durch Nachhaltigkeit ein, schreibt Dirk Fuhlhage in seinem Blog http://www.denk-selbst.com und vergleicht in seinem Beitrag Social Media: Lernen von Barack Obama den deutschen mit dem amerikanischen Wahlkampf.

Die einen lernen, die anderen sollen oder wollen aussteigen bzw. Pause machen. Das Projekt KOOBLOO will Leute aus dem Netz ins reale Leben zurückführen. Hier scheinen allerdings die Fronten noch ungeklärt. Ob die Begrenzung auf acht Minuten Nutzungsdauer pro Tag wirklich gegen Cybersucht hilft und überhaupt sinnvoll ist? Wollen die Macher wirklich, dass sich Menschen von sozialen Netzwerken fernhalten oder einfach nur mit gänzlich „neuen“ Ansätzen Geld verdienen?

Auszeit anders: Mit Face-to-Face-Cocktail, Massage und Teddybär für Netzwerk-Geschädigte
Erholung von Networking verspricht das luxuriöse Lorien Hotel in Alexandria, US-Bundesstaat Virginia, berichtet das Blog http://www.luxury-first.de. Mit dem “Social Media Detox”-Paket werden Gäste auf Facebook- und Twitter-Entzug gesetzt. Warum nicht. Wie eingangs gesagt, kommt es auf das Maß der Dinge an.

Eines ist sicher und im Web deutlich erkennbar: Unternehmen werden auf Social Media mit ganz wenigen Ausnahmen nicht verzichten können.

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