Urlaub in √Ągypten

Der Monat Februar, so sagen Einheimische, sei der angenehmste.Tags√ľber erreicht das Thermometer durchaus sommerliche Werte zwischen 20 bis knapp 30 Grad Celsius. Abends ist es angenehme 14 bis 17 (Schlaf-)Grad k√ľhl. Die Wassertemperatur betrug Anfang Februar konstante 24 Grad. „Alle wollen Sonne“, sagt ein Angestellter des „Magic Life“, und kann nicht so recht nachvollziehen, warum sich Touristen vor allem aus Deutschand, √Ėsterreich, Belgien, den Niederlanden und¬† Russland nach dem warmen Klima sehnen.

„Charming Sharm“ – der Werbeslogan entlang der Hauptstra√üe begr√ľ√üt Touristen aus vielen L√§ndern der Erde. Wer im „Magic Life“ absteigt, wird bald vom Charme der √Ągypter √ľberzeugt sein.

F√ľr Sie auf einer privaten Reise getestet: „Magic Life“ in Sharm el Sheikh, eine Clubanlage von TUI.

Reisezeit: 03. bis 10. Februar 2009
Das Hotel mit insgesamt 900 Betten war zu dieser Zeit zu 65% ausgebucht.

Kriterien: Anreise, Zimmer, Sauberkeit, Essen & Trinken, Strand, Freizeitaktivitäten
Nicht getestet: Ausfl√ľge

Ein sch√∂ner Urlaub liegt hinter mir, soviel kann ich schon sagen.¬† Wer ihn noch vor sich hat und das „Magic Life“ buchen m√∂chte, wird meine Eindr√ľcke sicher mit Interesse lesen. Hier flie√üen subjektive Empfindungen meiner Person ebenso ein wie die anderer G√§ste aus Deutschland und Holland. Trotzdem bem√ľhe ich mich um Objektivit√§t, doch jeder Gast wird in Bezug auf die Gegebenheiten vor Ort andere Einsch√§tzungen treffen. Ein Beispiel:¬† Es soll ja Menschen geben, die keine Blumen m√∂gen. Wenn also die bl√ľhende Anlage auf sie keinen Eindruck macht, so ist das sehr subjektiv. Doch nun von Anfang an:

Preis p. P. f√ľr 1 Woche All-inclusive-Urlaub (kein B√§ndchen!) inkl. Flug ab Nuernberg: 669 Euro + 21 Euro Reiser√ľcktritts-Versicherung
Fluggesellschaft: Air Berlin

Reisedaten: Abflug 8.45 Uhr und R√ľckflug 15.25 Uhr, also sehr angenehme Zeiten.

Flugdauer: ca. 4 Stunden

Transfer zum Hotel: 15-min√ľtige Busfahrt
Durch die N√§he zum Flughafen kann es zu Beeintr√§chtigungen durch Flugl√§rm am K√ľstenstreifen kommen.

Sonstiges: Hepatitis-A-Impfung empfohlen (Kosten werden beispielsweise von der AOK und der BKK Mobil Oil ersetzt), Reisepass erforderlich (der mind. noch ein halbes Jahr g√ľltig ist; alternativ Passfoto)

Check-in
Bevor G√§ste ihre Zimmerschl√ľssel erhalten (1 pro Person), m√ľssen sie ein Anmeldeformular ausf√ľllen. Ein Angestellter reicht w√§hrenddessen einen Erfrischungscocktail aus gepressten S√§ften.¬† Die Koffer bringt ein Bediensteter zeitnah auf das Zimmer; beim Check-out werden sie wieder abgeholt und ggf. beaufsichtigt.

Im Zimmer wird der Gast bereits erwartet, signalisieren die erleuchtete Lampe, die Fernehpräsentation mit den wichtigsten informationen, die Snacks und die eingeschaltete Klimanalage.

Wohnen
4aEin- und zweistöckige Gebäude verteilen sich auf einer parkähnlichen Fläche von mehr als 94.000 Quadratmetern, in denen verschiedene Zimmertypen (mit und ohne Meerblick) untergebacht sind.

Die gepflegten Gr√ľnfl√§chen mit Kakteen, bl√ľhenden B√§umen und Str√§uchern erfreuen das winterm√ľde Auge.

HotelzimmerDie gro√üz√ľgigen Doppelzimmer in warmen Gelbt√∂nen sind mit Telefon, K√ľhlschrank, Haartrockner und¬† SAT-TVausgestattet, es gibt gen√ľgend Ablagefl√§che und Handtuchhalter im Bad, die R√§ume sind sauber und geschmackvoll dekoriert. Die kleine Sitzecke l√§dt zu einem Snack aus Fr√ľchten und Geb√§ck ein; die Teller und der K√ľhlschrank werden nachgef√ľllt.

Die Klimaanlage dient wahlweise als Heizung oder K√ľhlung. Ein ger√§umiger Balkon mit kleinem Tisch und zwei Plastikst√ľhlen geh√∂rt zu den meisten Zimmern.

Essen & Trinken
Die G√§ste sollen sich wohlf√ľhlen.¬†Freundliche und aufmerksame Kellner servieren Getr√§nke zu Mittag und zu Abend, zum Fr√ľhst√ľck bedient sich jeder selbst (Tee, Kaffee, Milch, frisch gepresste Obst- und Gem√ľses√§fte). Die Kellner r√§umen benutztes Geschirr z√ľgig ab.

27cAus dem reichhaltigen Speiseangebot ist f√ľr jeden Gast geschmacklich etwas dabei: Fisch, Fleisch,¬† mehrere Brotsorten, Salate, Obst, Nachspeisen, Vegetarisches, verschiedene Beilagen u. v. m. Die meisten warmen Speisen werden auf der Freifl√§che beim Hauptrestaurant frisch zubereitet. Das Essen ist schmackhaft gew√ľrzt, aber nicht √ľberm√§√üig, so dass jeder nach eigenem Ermessen nachw√ľrzen kann.

Obwohl die Teller vorgew√§rmt sind, k√ľhlen sie ab, w√§hrend man √ľberall herumschaut. Das Angebot ist ziemlich gro√ü, und es macht Spa√ü, das eine oder andere Gericht zu probieren.¬† Zwischen den Hauptmahlzeiten gibt es Snacks bzw. Kaffee und Kuchen in den vielen Bars oder in den Cafes. An der Strandbar erh√§lt man nur warme und hei√üe Getr√§nke.

27aJeder Abend steht unter einem Motto. Speises√§le und Tische sind entsprechend bis ins Detail dekoriert. Stoffservietten und -Tischdecken sind Standard, au√üer beim Fr√ľhst√ľck. K√∂che betreuen die Buffets, so dass sie gerne bei Fragen behilflich sind. Es ist auch m√∂glich, an einer K√ľchenf√ľhrung teilzunehmen, um einmal hinter die kulinarischen Kulissen zu schauen.

Rauchen ist in den offenen und halboffenen Restaurantzonen erlaubt. Dennoch st√∂rt es beim Essen, wie der „Dunstabzug“ zum anderen Tisch hin√ľberreicht.

Viele G√§ste bekommen fr√ľher oder sp√§ter eine Magen-Darm-Verstimmung, obwohl das Wasser nachbehandelt worden sei. Sie klingt meist nach 24 Stunden ab und kann mit Medizin aus der Reiseapotheke behandelt werden. Die Angestellten gaben mir bei diesen Beschwerden alle einen √§hnlichen Tipp: Pfefferminz- oder Anistee mit ausgepresster Zitrone, Ruhe. F√ľr Notf√§lle ist ein Arzt vor Ort im Hotel, siehe Ausschilderung „clinic“.

Zu den Mahlzeiten können sich die Gäste Bier, Wasser und ähnliche Getränke bringen lassen oder sich am Buffet Tee bzw. Kaffee holen.
(-) Die alkoholischen Getr√§nke an den Bars schmecken irgendwie alle gleich, sagten viele G√§ste, ein AI-Ph√§nomen nicht nur im „Magic Life“. Die Barkeeper geben gerne viel Eis in die Getr√§nke, dem der Gast allerdings widersprechen kann.

Neben dem Hauptrestaurant „Magico“ laden drei a-la-cart-Restaurants zum Essen ein. Pl√§tze daf√ľr m√ľssen im Service reserviert werden.

Strandleben
Ein breiter, geteerter Weg zieht sich den K√ľstenstreifen entlang. Hier traf ich morgens Jogger, am Tag Kinder auf Mini-Quads, Radfahrer, Spazierg√§nger und Strandbesucher. G√§ste mit B√§ndchen werden von den Sicherheitsleuten sofort als Fremde identifiziert, die auch nicht auf den Steg gelassen werden.

StrandAm oberen Ende des breites, grobkörnigen Sandstrandes befinden sich ausreichend viele Freiduschen, Umkleiden und Toiletten in Holzhäuschen. Die Strand-Guards in ihren weißen Overalls säubern die sanitären Anlagen regelmäßig, räumen auch die Getränkebecher weg, reinigen morgens den Strand (beseitigen Strandgut) und glätten zum Feierabend mit einer Walze den Sand.

Badet√ľcher werden gegen Karte ausgegeben, die die G√§ste beim Check-in bekommen (1 pro Person). In aller Regel geben die G√§ste ihre Handt√ľcher abends ab; am n√§chsten Tag gibt’s frisch gewaschene.

Qualm statt Frischluft: Der Zigarettenrauch des Nachbarn gelangt mit der n√§chsten Windb√∂e direkt in die fremde Nase; R√ľcksicht ist auch am √§gyptischen Strand ein Fremdwort. Allerdings hat jeder Sonnenschutz einen Aschenbecher, so dass zumindest kaum Kippen herumliegen.

Liegen am StrandSonne- und Windschutz aus geflochtenen Zweigen und Abfallk√ľbel aus Ton f√ľgen sich harmonisch in die nat√ľrliche Landschaft ein. Die √Ągypter sind sehr darauf bedacht, ihr Naturschutzgebiet zu erhalten. Verhaltensregeln auf aufgestellten Schildern zeigen an, dass z. B. Badeschuhe empfohlen sind, das Riff nicht besch√§digt werden darf u. a.

Das hauseigene Korallen-Riff ist es auch, was jählich so viele Touristen anzieht. Eine fantastische Unterwasserwelt eröffnet sich allen Schnorchlern und Tauchern. Sie beginnt etwa 200 Meter vom Strand entfernt an der Riffkante. Eine Arten- und Farbenvielfalt, die fasziniert! Das Wasser ist so klar, dass die Sicht bis mehr als 20 Meter tief reicht.

Fische im MeerEtwa 266 Fische und andere Meerestiere, wie Muscheln, Schnecken, Schildkr√∂ten, T√ľmmler und Delphine bewohnen das Rote Meer. Diese Information fand ich im Heft „Maxi Memofish“, herausgegeben von Saad al Sharwidy, Ausgabe 2008.

Jeden Tag wehte ein mehr oder weniger frischer Wind, dessen St√§rke sich innerhalb von Stunden √§nderte. Auch einen fast windstillen Tag erlebte ich in Sharm. Vor allem f√ľr Schwimmer und Taucher sind ruhige Stunden die beste Gelegenheit, die Unterwasserwelt zu erkunden. Ein 240 Meter langer Steg f√ľhrt √ľber das Flachwasser des Riffs zur Plattform oberhalb der Riffkante.

Der Einstieg ins Wasser erfolgt √ľber vier Eisenleitern. (-) Hier besteht Verletzungsgefahr; auch durch hervorstehende Eisenplatten unterhalb der Plattform, die beim Schnorcheln leicht √ľbersehen werden k√∂nnen.

√Ąltere oder behinderte Leute werden sich schwer tun, den Abstieg zu riskieren, obwohl zwei Bademeister auf die Schnorchler acht geben. Sie k√∂nnen einige Fische auch vom Steg aus beobachten. Deren Farben leuchten, so dass sie leicht auszumachen sind. Hornhechte halten sich eh oft im Flachwasser auf. Auch eine Schlange soll dort gesehen worden sein, die aber vor Menschen fl√ľchtet. Ich selbst habe vom Strand aus eine Gruppe Delphine gesehen. Es war noch ziemlich fr√ľh am Morgen. Kommentar des Bademeisters: Nicht ins Wasser gehen, wenn nur ein Delphin unterwegs ist. Der k√∂nnte von einem Hai verfolgt werden.

Wie an allen Str√§nden sind die Flaggen zu beachten. Rot: nicht ins Meer gehen! Schwimmen ist im Flachwasser nur bedingt, evtl. bei Flut m√∂glich. Zum Erfrischen reicht es allemal. Und auch Kinder f√ľhlen sich am Strand und im flachen Wasser wohl – am besten mit Badeschuhen. Eines der Gesch√§fte innerhalb des Clubs bietet Badeschuhe, Taucherbrillen, Flossen und Schnorchel zu normalen Preisen (√§hnlich wie in Deutschland oder g√ľnstiger) an.


Shopping

71fMehrere Gesch√§fte in der Hotelanlage sind bis sp√§t abends ge√∂ffnet. Wem das nicht gen√ľgt, kann die Hauptstra√üe vor dem Hotel √ľberqueren und sich dort in den L√§den umsehen. Da ich das Hotel w√§hrend meines Aufanthaltes nicht verlassen habe, kann ich keine n√§heren Angaben machen. Daf√ľr hielt ich mich mehrmals im Papyrus-Gesch√§ft auf, um mir die Werke des √§gyptischen K√ľnstlers Monsef Labib anzusehen.

Freizeitaktivitäten
Abendshow-B√ľhneLangweilig d√ľrfte es niemandem werden, denn der Club unterh√§lt nicht nur mit Shows am Abend, sondern mit Animationen tags√ľber am Hauptpool. Zahlreiche sportliche Aktivit√§ten sind all-inclusive:
Aerobic, Aquarobic, Dancing (man erlernt z. B. Salsa-Schritte, dauert eine halbe Stunde), Hip-Hop, Nordic Walking, Step-Aerobic, Stretching, Mountainbiking, Tennis, verschiedene Ballspiele, Dart, Bogenschießen u.v. m. Golfen und Tauchkurse sind kostenpflichtig, ebenso Beautybehandlungen, Friseur und Massage.

F√ľr Kinder und Teens gibt es ein eigenes Programm, auf das ich hier nicht eingehe.

Die Animatuere sind sehr gut auf ihre Arbeit vorbereitet. Mit Freundlichkeit und Power gehen sie an ihre Aufgaben.
(-) Manchmal sollten sie jedoch noch besser darauf achten, dass auch Anf√§nger Spa√ü haben wollen und die Anzahl der √úbungen nicht bew√§ltigen k√∂nnen, Fehler machen. Eine falsche Haltung kann mehr schaden als n√ľtzen, eine Korrektur durch den Trainer w√§re w√ľnschenswert.

Die Animateure aus verschiedenen L√§ndern haben mehrere Shows vorbereitet, mit denen sie am Abend die Urlaubsg√§ste √ľberraschen, zumeist im hauseigenen Amphitheater. Von billiger Unterhaltung der Massen keine Spur! Die Shows haben Esprit und zeigen, was die jungen Leute draufhaben.

Der Club organisiert verschiedene Ausfl√ľge, an denen ich (diesmal?) nicht teilgenommen habe.

Sonstiges
Das gesamte (sichtbare) Personal scheint aus m√§nnlichen Angestellten zu bestehen, die stets freundlich und zuvorkommend die Hotelg√§ste betreuen; keineswegs aufdringlich, wie man es aus anderen s√ľdlichen L√§ndern kennt. Junge M√§dchen werden aber gerne in Augenschein genommen, was nicht weiter verwundert.

Oben ohne bei Frauen ist tabu. Da sich auch ägytische Urlauber im Hotel aufhalten, muss man respektieren, dass weibliche Gäste in Kleidung zum Baden gehen.

Zum Internetsurfen stehen zwei PC-Terminals in der Empfangshalle des Hotels. Achtung: Tastatur zweisprachig! WLAN-Zugang ist im Bereich der Rezeption kostenfrei vorhanden.

Fazit
(+) Unter dem Eindruck eines nicht voll belegten Hotels (kein Dr√§ngeln, kein Schubsen) kann ich das „Magic Life“ sehr empfehlen. Ich bin mir allerdings sicher, dass auch in der Hochsaison alles unternommen wird, um die G√§ste zufriedenzustellen. Der Club bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verh√§ltnis f√ľr die ganze Familie. Wer es ruhiger mag, meidet die Hochsaison.

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