Social-Media-Release

Pressemeldungen mit Netzwerk-Turbo

Die Reichweite sowie das Angebot an Nachrichteninhalten haben sich ver√§ndert. Die stark wachsende Informationsmenge erfordert notwendigerweise, dass Journalisten und andere Interessierte genauere Treffer bei ihrer Recherche im Web bekommen, sie Inhalte m√∂glichst einfach √ľbernehmen und die Meldungen nicht mehr nur per Post, Fax oder E-Mail zu bestimmten Zeiten empfangen k√∂nnen, mobiles Internet sei dank.

Die neue Form der Veröffentlichung und Verbreitung von Pressematerialien hält nicht nur Informationen bereit. Das Social-Media-Release, die Pressemitteilung 2.0 (sozusagen (im Folgenden kurz SMR genannt) ist mehr als nur eine schöne bunte Medienwelt mit bewegten Bildern. Aus gutem Grund ist das SMR zum Vernetzungs-Werkzeug aufgestiegen.

Wie ist das Social-Media-Release aufgebaut?

SMR folgen zun√§chst √§hnlichen formalen, stilistischen und inhaltlichen Anforderungen wie „klassische“ Mitteilungen.

Arbeitshilfe „Inhaltliche, formale und stilistische Merkmale einer Pressemitteilung“

Social Bookmarks sind Lesezeichen, die bei Internetdiensten, wie Mister-Wong oder ShareThis gespeichert werden. Sie können mit Schlagwörtern versehen und von anderen Nutzern kommentiert werden.

SMR enthalten neben dem eigentlichen Pressetext multimediale Inhalte unterschiedlicher Formate sowie Verkn√ľpfungen zu diversen Diensten im Web, wie Kalender, Life-Streams u. v. a. Zu den digitalen Inhalten geh√∂rt auch Kartenmaterial, das wie alle Materialien nur unter Ber√ľcksichtung der Nutzungsbedingungen des Urhebers publiziert werden darf.

Oft werden die eigenen multimedialen Inhalte √ľber externe Anbieter eingebunden (z. B. YouTube, Flickr, SlideShare), um den Traffic auf der eigenen Seite gering zu halten. Dieses Material ist √ľber Schlagworte (Tags) auffindbar und erreicht u. U. neue Zielgruppen, unabh√§ngig von der eigentlichen SMR. „Tags werden genutzt, um Inhalte (Seiten, Bilder usw.) mit eigenen Stichworten zu kennzeichnen“, beschreibt RSS-Blogger Siegfried Hirsch die „Etikettierung“ im Web.
„Sp√§ter kann man mit den Tags bestimmte Fundstellen wiederfinden. Nicht nur Journalisten nutzen Tags; allerdings werden es Tags und damit in Zusammenhang stehende Bookmarkdienste nie schaffen, alle Aspekte zusammenzufassen. Daher halte ich den umgekehrten Weg, der jetzt mit Social-Media-Releases gegangen wird, f√ľr eine hilfreiche Entwicklung.“

Journalisten m√ľssen einen Hinweis erhalten, wie sie mit Bildern, Grafiken, Pr√§sentationen, Audio- und Videodateien umgehen d√ľrfen; siehe auch Creative-Commons-Lizenzen.

Unternehmen erreichen mit ihren Meldungen mehr Aufmerksamkeit, indem sie ihre Inhalte st√§rker strukturieren und differenzierter beschreiben. Kurze, pr√§gnante Texte, komprimiert dargestellte Stichworte und Links zu Multimedia-Daten, grafisch abgesetzte Zusammenfassungen, freistehende Zitate in einem eigenen Absatz sind typische Merkmale eines SMR. Die Navigation erlaubt das Auffinden zugeh√∂riger relevanter Informationen. Nachtr√§gliche √Ąnderungen an einem SMR werden als solche gekennzeichnet.

Der Teaser umfasst ca. 150, die √úberschrift 65 Zeichen.

Sp√§testens jetzt wird deutlich, dass das Design des SMR einige spezielle Anspr√ľche erf√ľllen muss, um den Nutzern einen m√∂glichst einfachen, √ľbersichtlichen Zugang zu den Informationen zu erm√∂glichen.

kostenfreie bzw. bezahlbare Themes mit thematischem Layout und Design, z. B. f√ľr WordPress

Hineinhören und mitreden

Wer ein Social-Media-Release ins Netz stellt, befindet sich automatisch ‚Äěmitten drin‚Äú: Jetzt m√ľssen beispielsweise Kommentare moderiert, Follower akzeptiert oder abgewiesen, Spam aussortiert und Fragen zeitnah beantwortet werden. Je nach Thema und Bekanntheit des Unternehmens ist der Aufwand unterschiedlich hoch.

Neben eigenen Beobachtungen, die im Social Web sehr wichtig sind, können Unternehmen Analyse-Tools nutzen, die nach einem automatischen Verfahren Webinhalte monitoren. Sie unterscheiden sich im Hinblick auf den Funktionsumfang, die Tiefe der Analysen. Das aufzuwendende Budget ist vom jeweiligen Anbieter anhängig.

Kostenlose Ergebnisse erzielen beispielsweise Google Alerts, Google News oder in bestimmten Umfang Techrigy.

Der SEO-Faktor

Pressemeldungen werden grunds√§tzlich nicht zu dem Zweck verfasst, den PageRank der eigenen Website zu verbessern. Schnell w√ľrde die √Ėffentlichkeit das Interesse an den News verlieren oder gar einen negativen Imagewandel unterstellen. Hat ein Unternehmen allerdings nutzwerte Informationen zu verbreiten, w√§re es falsch, diese nicht f√ľr das Web zu optimieren.

Die permanente URL zeigt an, wo das Release im Web zu finden ist. Blogger nutzen sie, um Pingbacks/Trackbacks zu senden.

wenig aussagekräftig http://www.firmaxy.de/meldung/12345; besser: Titel der Meldung statt Zahlenfolge

F√ľr die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist es zudem wichtig, die richtigen Schlagworte in Online-Pressemeldungen einzuarbeiten. Die Schlagwortdichte beschreibt die Relation eines Wortes zum Gesamttext. Sie liegt im Optimalfall bei 5 bis 10% Prozent. Analysetools im Internet helfen, den Wert eines Textes zu bestimmen. Wenig Erfolg erzielen Texte, die mit Keywords √ľberfrachtet werden.

Google Adwords Free Keyword Research Tool

Und noch ein anderer SEO-Effekt l√§sst sich f√ľr Online-Releases ausnutzen: Verweise von anderen, hochwertigen Internet-Pr√§sentationen, wie sie beispielsweise in Zitaten oder Quellenangaben vorkommen, werten Suchmaschinen als Empfehlung; Texte mit zu vielen Links werden abgestraft.
Die SEO-Experten Hemken und Rehberg bringen es auf den Punkt: „‚Ķder Text Ihrer Webseite ist in erster Linie Ihrem Besucher gewidmet‚Ķ“.

Google-Richtlinien f√ľr Webmaster

Social-Media-Release publizieren

Dass News auf der eigenen Website platziert werden, ist bereits von klassischen Meldungen her bekannt. G√ľnstig f√ľr SMR ist ein Blog oder ein eigens eingerichteter Newsroom, weil technisch implementierte Dienste die Meldung indizieren und externe Seiten Nachrichten per RSS einlesen. Plugins verbreiten Social-Media-Releases automatisiert √ľber soziale Netzwerke.

Nach wie vor populär ist auch das Einstellen von Meldungen auf Presseportalen, meist ist dies aber nur ohne multimediale Inhalte möglich. Hier empfiehlt es sich, wenigstens einen Link zum Newsroom im Abspann der Meldung zu integrieren. Kostenpflichtige Presseverteiler wie ots speichern Social-Media-Releases einschließlich der Multimedia-Daten. Andere Verteilerdienste arbeiten bereits an Social-Media-Optionen.

Die Kosten der Social-Media-Strategie

Zun√§chst sollte sich ein Unternehmen fragen, ob die zu ver√∂ffentlichenden Informationen zum Workflow passen. Kann sich niemand um Kommentare k√ľmmern oder zeitnah Fragen beantworten, erreicht das Unternehmen sein Kommunikations-Ziel nicht und verliert wom√∂glich die Kontrolle √ľber die Meinungsbildung im Web.

F√ľr Social-Media-Releases werden nicht nur Pressetexte geschrieben. Kostentr√§chtig sind je nach Qualit√§t und Umfang die Produktion von Audio- und Video-Dateien, die Einrichtung und Konfiguration verschiedener Social-Media-Accounts und deren redaktionelle Betreuung. Aus technischer Sicht k√∂nnen Kosten entstehen f√ľr das Anlegen und die Wartung eines Blogs oder Newsrooms. Wer keine Ressourcen im Unternehmen frei oder nur eingeschr√§nkt zur Verf√ľgung hat, wendet sich an einen Dienstleister.

Doch nicht alle Kosten belasten permanent das PR-Budget. Einmal eingerichtet, funktioniert die Verbreitung der News √ľber RSS-Kan√§le und durch die Installation zus√§tzlicher Programmteile automatisch. Beispielsweise k√∂nnen Blogposts mit Klick auf ‚Äěpublizieren‚Äú an soziale Netze geschickt werden. Die Verbreitung von herk√∂mmlichen Pressetexten √ľber Verteilerdienste verursacht erhebliche Kosten, von wiederholten Aussendungen wegen inhaltlicher √Ąnderungen mal ganz abgesehen. Social-Media-Releases k√∂nnen zwar auch √ľber Pressedienste verbreitet werden, doch eigene Anstrengungen f√ľhren ebenfalls zum Erfolg und sind zudem deutlich g√ľnstiger.

Rauchzeichen der Zukunft

Das SMR entwickelt sich zu einem sozialen Objekt, das in der Lage ist, Konversationen und Ereignisse zu entfachen. ‚ÄěUnternehmen, die nicht im Web 2.0 aktiv sind, haben schlechte Karten.‚Äú (Verband der deutschen Internetwirtschaft eco, 2009) In naher Zukunft werden sich demzufolge immer mehr PR-Verantwortliche an Social-Media-Themen wagen.

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