Kunde und Webmaster entwickeln eine neue Internetseite

Professionelle Webseiten sind keine Spielwiese, deshalb planen Webmaster und ihre Auftraggeber möglichst sorgfältig und vorausschauend. Dazu gehört unbedingt, dass sich der potenzielle Kunde wirklich Zeit nimmt, während der Beratung Fragen stellt und Ratschläge des Webmasters nochmals überdenkt.

Die Arbeit an einem neuen Projekt lässt ein wenig Spielraum für ein paar Gedanken, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Ich kenne noch Zeiten, als der Kunde nur sagte: „So will ich das auch haben.“ Gemeint war schnödes Blingbling hier, Schnickschnack dort. Keine Frage, eine Website darf und muss ansprechend aussehen. Und wenn der Kunde es so möchte, bekommt er Blingbling. Entscheidend meiner Meinung nach ist immer, was Kunden mit ihrer neuen Internetseite erreichen wollen. Mein persönlicher Zeigefinger lautet in solch einem Fall:

Planen Sie Ihre Website aus Sicht Ihrer Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner – aus Sicht der erwĂĽnschten Besucher.

Mit anderen Worten: Auf beide Seiten, Kunde und Webmaster, kommt viel Arbeit zu. Denn wer kennt die erhofften Besucher besser als der Auftraggeber der Website?

Heutzutage werden die meisten Webseiten auf der Basis eines Content-Management-Systems (CMS) entwickelt. WordPress steht dabei sehr hoch im Kurs, da die Software kostenlos und durch meist kostenlose Plugins erweiterbar ist. Für Kunden besteht der klare Vorteil eines CMS darin, dass sie ihre Websites nach einer kurzen Einführung und mithilfe eines vom Webmaster vorbereiteten Tutorials jederzeit selbst pflegen können.

Inwieweit Kunden bestimmte Funktionalitäten nutzen wollen, ist Teil der Absprachen. Nicht alles, was möglich ist, macht Sinn. Außerdem kostet mehr auch mehr: u. U. Webspace, aber auch die Zeit des Webmasters. Der eine Kunde braucht eine Newsletter-Funktionalität, der andere möchte Audiodateien zum Abspielen einbinden, ein anderer zeigt viele Bilder und will sie auch öfter austauschen können. Manchmal kann nur durch eine individuelle Anpassung, d. h. kostenpflichtige Programmierung eine Lösung für eine bestimmte Anforderung gefunden werden.

Neuartige Layout- und Designvorlagen (Themes in WordPress) enthalten bereits viele Funktionen, wie Galerien, Slider (eine Art Blingbling), Werbeplätze, Verknüpfungen zu sozialen Netzwerken, die konfiguriert werden müssen. Doch hat der Kunde jetzt die Zeit und das Personal für die Betreuung der Netzwerke? Das ist nur eine von vielen Fragen, auf die in Beratungen eine Antwort gefunden werden muss. Auf viele andere Fragen gehe ich in einem Beitrag ein, der zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen wird.

Seine Bemühungen um eine moderne Website laufen ins Leere, wenn der Kunde die Webseite anlegt, aber eigentlich nicht nutzt, z. B. zum Kommunizieren: schlecht für Suchmaschinen (die brauchen ständig neuen Stoff) und noch schlechter für sein Image: Kommentare, die ungehört bleiben, verprellen Nutzer, die vielleicht nie wieder kommen. Feedback, das der Kunde nicht zu nutzen weiß, könnte für Mitbewerber ein Chance sein.

Die Überschrift zu diesem Artikel habe ich bewusst so gewählt: „Kunde UND Webmaster entwickeln…“ Auch wenn ich als Webmaster viele organisatorische und technische Arbeiten abnehme, sind meine Kunden überrascht, wie viele Entscheidungen sie treffen müssen. Liefern sie Texte und Bilder nicht „web“fertig (ach ja, die Texte …), müssen diese geschrieben, bearbeitet und freigegeben werden. Bitte keine Abschriften vom Werbeflyer, nur mal so als Gedankenstütze.

Oftmals stauen sich am Ende der Projektphase noch tausend Kleinigkeiten, möchte der Kunde doch noch diese oder jene Funktion implementiert haben u. ä. Daher sind eine gute Vorplanung und Abstimmungen, auch Zwischentests, während der Projektphase so wichtig. Das kostet nun mal Zeit.

Wenn eine neue Website online geht, ist das für Kunden stets ein besonderer Moment (für mich übrigens auch). Das Ende der Zusammenarbeit muss es allerdings nicht bedeuten. Im Laufe der Zeit sollte sich die Website den Bedürfnissen der Nutzer anpassen. Veränderungen im Unternehmen beispielsweise können bisher nicht genutzte Funktionen erforderlich machen.

Ein aufmerksamer Webmaster wird sicher eine Gelegenheit finden, den Kunden auf Neuerungen hinzuweisen, die ihn interessieren könnten. Wer hier immer gleich an Geld denkt, liegt falsch. Natürlich müssen Implementierungen oder Veränderungen auch bezahlt werden, aber gute Ratschläge wie diese hier gibt es kostenlos. Ich kenne andere Webmaster, die es ebenso handhaben.

Zuletzt noch ein PR-Tipp: Täglich werden tausende Internetseiten freigeschaltet. In aller Regel ist ein Relaunch kein Grund, die Presse auf den Plan zu rufen nach dem Motto: „Wir haben eine neue Webseite!“ DafĂĽr gibt es andere Gelegenheiten. Welche, verrate ich Ihnen gerne in einem Beratungsgespräch.

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