Krankenkassenvergleich mal freundlich (?)

+++ Kommentar +++
Es ist noch nicht so lange her, als eine Spam-Mail mit Krankenkassenvergleich warb. Heute kam das Angebot unverlangt per Telefon, viel offensichtlicher und freundlicher: „Es geht um Krankenkassenvergleich. … Ich will Ihnen ja nichts verkaufen, Sie mĂĽssen auch nichts unterschreiben“, gegrĂĽndete die jugendlich klingende, weibliche Stimme unter der Nummer 0800 1002892 ihre angebliche „Nicht-Werbung“. Weiter sind wir nicht gekommen. Nachdem ich mir die Website des Anbieters Telco d.o.o., der hinter dem Anruf stecken soll, angesehen hatte und unangenehme Fragen stellte, legte die Dame auf, nicht ohne mir einen schönen Tag zu wĂĽnschen.

Selbst mit so viel Freundlichkeit darf sie mich nicht anrufen, hatte ich ihr erklärt. Das stimme nicht, widersprach sie mit Bestimmtheit. Auch mit breitem Zahnpastalächeln, das man am Telefon förmlich „heraussehen“ konnte, darf sie das nicht. Im Gesetzesdeutsch liest sich das in etwa so: Gemäß Paragraph 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) stellt ungebetene Telefonwerbung eine unzumutbare Belästigung dar.

Die Bundesnetzagentur erklärt auf ihrer Webseite genauer: „Den Betroffenen stehen daher AnsprĂĽche auf Beseitigung und Unterlassung (§ 8 UWG) sowie Schadenersatz (§ 9 UWG) zu. Nach dem UWG sind jedoch nur Mitbewerber, rechtsfähige Verbände zur Förderung gewerblicher oder selbstständiger Interessen, qualifizierte Einrichtungen nach § 4 UKlaG und Industrie- und Handelskammern berechtigt, ihre AnsprĂĽche geltend zu machen. Jedoch sind auch Privatpersonen nicht schutzlos gestellt. Sie können nach § 1004 BGB Unterlassung und nach § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht Schadenersatz verlangen.“

telco„Jeder Kontakt – mit Kunden – ist ein positives Erlebnis“, beschreibt Telco seine Philosophie. Nicht jeder, möchte ich hinzufĂĽgen, denn ich werde gleich mal eine Nachricht an die Bundesnetzagentur absetzen, was sicher zu keinem positiven Erlebnis fĂĽhren dĂĽrfte. Auch nicht bei den vermeintlichen vierzig Partnern, von denen die Anruferin sprach.

Missbrauch melden
Auf der Internetseite http.www.bundesnetzagentur.de stehen eine Reihe von Formularen zum Download bereit, die ausgefĂĽllt und unterschrieben an die Agentur gesendet werden mĂĽssen.

Auch Verbraucherzentralen nehmen Beschwerden über unerwünschte Telefonwerbung entgegen. Auf der Website http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/ können Verbraucher ohne großen Aufwand einen Verstoß melden.

„Telco steht fĂĽr Innovation und Durchsetzungskraft in der Entwicklung und Vermarktung von kreativen Ideen.“ Oh ja, „kreativ“ sind die Leute von Telco. Von Krankenkassenvergleich liest man auf der Website nichts. Nur ein kleiner Hinweis lässt erahnen, wie es dort läuft: „FRIENDSHIP CONCEPT“. Im Prinzip ähnlich wie bei Facebook, könnte man vermuten – Freunde finden. Wer da Freund wird, dĂĽrfte hauptsächlich vom Erfolg abhängen, ich habe heute wohl nicht gerade dazu beigetragen …

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