Heilen mit Musik

Klangh√∂lzer, Trommeln oder auch Gongs h√∂rt man normalerweise eher selten. F√ľr manche Leute sind diese Kl√§nge aber wie ein Rettungsanker. Denn im Rahmen einer Musiktherapie k√∂nnen die Instrumente Patienten dabei helfen, gesund zu werden. Die Methode ist bei verschiedenen Krankheiten sehr erfolgreich.

Was Musiktherapie genau ist und wie sie funktioniert, dazu Hans Haltmeier, Chefredakteur der Apotheken Umschau:

Mit Musiktherapie kann man ganz bestimmte Krankheiten tatsächlich behandeln. Es gibt da sehr viele Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder auch nach einer Gehirnoperation. Besonders eignet sie sich dann, wenn die Menschen Fähigkeiten verloren haben, die ihnen vorher selbstverständlich waren wie Sprechen oder Laufen. Da hilft die Musik dann sich neu zu orientieren.

Damit die Musiktherapie anschlagen kann, m√ľssen sich die Patienten darauf einlassen k√∂nnen. Doch die Hemmschwelle ist niedrig:

Das sind oft sehr einfache Musikinstrumente, die da zum Einsatz kommen, Gongs oder Klangst√§be, auch mal ein Schlagzeug. Das therapeutische Element geht √ľber die Melodie, √ľber den Rhythmus. Das gibt den Leuten Mut und neues Selbstvertrauen. Die Wissenschaftler erkl√§ren sich das so, dass Menschen √ľber die Musik sehr gut zu erreichen sind, weil sie schon im Mutterleib zum Beispiel den Herzschlag der Mutter oder andere Ger√§usche geh√∂rt haben.

Besonders bew√§hrt hat sich die Musiktherapie auch bei demenzkranken Menschen. Sie erinnern sich meist nicht mehr an ihre Vergangenheit, sind orientierungslos und √ľber die Sprache kaum zu erreichen:
„Wenn die dann Lieder h√∂ren, zum Beispiel Schlager aus ihrer Jugend, dann erinnert sie das an Begebenheiten, die sie erlebt haben. Das ist ja ein sehr emotionaler Zugang. Und so k√∂nnen sie f√ľr einen Moment aus dieser Orientierungslosigkeit ausbrechen.“

Auch wer unter Tinnitus oder Ohrsausen leidet, sollte sich √ľber eine Musiktherapie informieren, r√§t die Apotheken Umschau. Die Therapie f√ľhrt laut Studien bei 80 Prozent der Betroffenen dazu, dass sie dauerhaft weniger oder sogar gar keine st√∂renden Ger√§usche mehr h√∂ren.

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