Hausärztemangel und Patientenstau

Patienten sind verzweifelt: Insbesondere in l√§ndlichen Regionen Deutschlands stehen sie vor verschlossenen T√ľren oder sitzen in √ľberf√ľllten Warter√§umen weit entfernter Arztpraxen. Besonders schlimm betroffen sind √§ltere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. Auf dem Land mit sp√§rlicher Verkehrs-Infrastruktur ist die derzeitige Situation schlichtweg eine Katastrophe. Und eine Statistik der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigungen (KBV) prophezeit nichts Gutes: Im Jahr 2020 wird es circa 7000 Haus√§rzte weniger geben als noch 2010.

Land sucht Arzt
Regentallandschaft

F√ľr den Hausarztmangel sind verschiedene Umst√§nde urs√§chlich, wie bspw.

  • der steigende Bedarf an Allgemeinmedizinern durch den wachsenden medizinischen Fortschritt
  • die alternde Gesellschaft
  • Einf√ľhrung der Honorarbudgetierung zu Beginn der 90-er Jahre
  • hohe Arbeitsbelastung der √Ąrzte
  • ungen√ľgend entwickelte Infrastruktur im l√§ndlichen Raum

Die Folgen sind erdr√ľckend: Haus√§rzte, die in den Ruhestand gehen, finden nur schwer einen Nachfolger. Auf der anderen Seite stehen junge Mediziner, die den l√§ndlichen Raum meiden.

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Gem√§√ü der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, des h√∂chsten Gremiums im Gesundheitswesen, sollte ein Hausarzt 1671 Einwohner versorgen. Von diesen Vorgaben d√ľrfen die 17 Kassen√§rztlichen Vereinigungen (KV) abweichen.

Selbst in Regionen, wo nach Zahlen betrachtet keine Unterversorgung mit Haus√§rzten besteht, suchen Arztpraxen dringen Verst√§rkung. Das Alter der Patienten und die H√§ufung bestimmter Krankheiten k√∂nnen daf√ľr verantwortlich sein. Wer sich f√ľr Zahlen in seiner Region interessiert, kann dazu in den Versorgungsatlas schauen.

Die KBV und die Kassen√§rztlichen Vereinigungen (KVen) haben verschiedene Konzepte ausgearbeitet, um einem √Ąrztemangel entgegenzuwirken‚Äú, kann man auf der Internetseite der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung KBV lesen. Dem gegen√ľber stehen die Bem√ľhungen von Haus√§rzten, Kommunen und der Politik, Mediziner auf‚Äôs Land zu locken.

Beispiele
Dr. Georg N√ľ√ülein, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, will angehende Mediziner k√ľnftig verpflichten, w√§hrend ihrer Ausbildung mehrere Monate bei einem Landarzt mitzuarbeiten. Andere Politiker setzen auf F√∂rdert√∂pfe oder den Aufkauf bzw. die Stilllegung von freiwerdenden Praxen (in Deutschland derzeit etwa 2000). Gegen solche Pl√§ne regt sich Widerstand und Zweifel von mehreren Seiten.
Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe versucht, den Landarztmangel per Versorgungsstärkungsgesetz zu beheben.

Bisher jedoch hat sich die Versorgungslage auf dem Land nicht wirklich verbessert, sp√ľren √Ąrzte und Patienten.

Beispiel aus Bayern
In Bayern bspw. beendeten 371 Hausärzte im Jahr 2013 ihre Praxistätigkeit.

Bayernweit konnten 78 Hausarztpraxen jedoch trotz aufwendiger Suche nach einem Nachfolger nicht nachbesetzt werden

, hat die Kassen√§rztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ermittelt. In ihrem Internetauftritt stellt die KVB eine sogenannte Praxisb√∂rse zur Verf√ľgung, die bei der Praxisabgabe und Praxissuche (mit Ortsangabe) unterst√ľtzt: http://www.kvb.de/praxis/online-angebote/praxisboerse/.

Als weitere Maßnahme fördert sie das Pilotprojekt Land.in.Sicht zur Famulaturförderung in ländlichen Regionen.

Die KVB f√∂rdert Famulaturmonate, die in ausgew√§hlten Praxen absolviert werden, mit einem Stipendium von 300 Euro (zuz√ľglich anteiliger Fahrtkostenerstattung). Die eingebundenen l√§ndlichen Gemeinden und Regionen k√∂nnen sich mit individuellen Zusatzpaketen, wie zum Beispiel kostenlosen Wohnangeboten und kostenfreien oder erm√§√üigten Zug√§ngen zu Freizeitangeboten, als lohnenswerte Lebens- und Arbeitsumgebung vor dem (medizinischen) Nachwuchs pr√§sentieren. Das Pilotprojekt findet in Kooperation mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden e.V. seit dem Sommersemester 2014 statt.

Auf den Internetseiten der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer finden Interessierte weitere Fördermaßnahmen.

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