Gabreta – Auf den Spuren der Kelten

Ein paar Scherben keltischen Ursprungs am ehemaligen Handelsweg SĂŒdböhmen-Salzburg und viel persönliches Engagemant waren der Auslöser fĂŒr die Errichtung eines vorgeschichtlichen Dorfes nach dem Vorbild der spĂ€ten Keltenzeit.

HĂŒtteEingebettet in die malerische Landschaft um Lichtenau, die ein Besucher einmal als das Meran des Bayerwalds bezeichnete, erhebt sich auf 600 Metern Höhe das GelĂ€nde des Keltendorfes.


Gebreta öffnete 2001 nach fĂŒnf Jahren Bauzeit und viel liebevoller Detailarbeit. Bisher besuchten rund 17000 GĂ€ste jĂ€hrlich den archĂ€ologischen Erlebnispark im Bayerischen Wald.

Die Kelten
ArchĂ€ologen weisen kulturelle Zentren von Kelten ab 600 v. Chr. nach. Die keltischen StĂ€mme gelangten vor allem durch handwerkliche Neuerungen, wie die Eisenbearbeitung, die Verarbeitung von Glas zu Schmuck, die Nutzung von Grafit in der Keramik und die EinfĂŒhrung der Drehscheibe zur Herstellung von Keramikerzeugnissen zu Ansehen und Wohlstand. Sie kannten bereits GeldmĂŒnzen und die Goldschmiedekunst. Man sagt den Kelten nach, dass sie als Reitervolk die Hose in Mitteleuropa eingefĂŒhrt haben. Die Kelten galten als fleißige und lebensfrohe Menschen.

Die große Wanderbewegung keltischer StĂ€mme setzte ab den Jahren 400 v. Chr. ein. Sie erstreckte sich bis nach Oberitalien, in die mittlere TĂŒrkei und ĂŒber Gallien zu den Britischen Inseln. Viele Fluss- und Ortsnamen, wie Donau, Isar, Mailand und Kempten sind keltischen Ursprungs.

Im Jahr 15 v. Chr. ging das Zeitalter der Kelten zu Ende. Bis dahin hatten die Römer die keltischen StĂ€mme in zahlreichen Schlachten weitestgehend besiegt. Wer vor den römischen Eroberern nicht fliehen konnte, wurde in den Folgejahren vom römischen Kulturkreis assimiliert. Überreste keltischer Kultur leben in der christlichen Mythologie weiter.

Zeitzeugen
DachIm Keltendorf Gabreta wurden auf einer FlĂ€che von vier Hektar bisher sechs HĂŒtten und andere Einrichtungen, wie ein Übernachtungshaus, ein Vorratshaus, ein Brennofen und eine Schmiede gebaut. Geplant sind ein RĂ€ucherhaus und weitere ÜbernachtungshĂ€user. Bei der Errichtung der GebĂ€ude wurde allerhöchster Wert auf historische AuthentizitĂ€t gelegt.

GebĂ€ude verschiedenen Bautyps, handgeschlagene Schindeln, Rindenboden in den HĂŒtten, aufwĂ€ndig gestaltetes Stirnholzpflaster, KeramikgegenstĂ€nde sowie ein gebundenes Schilfdach wurden nach historischen Vorlagen und Überlieferungen hergestellt.

Die Inneneinrichtungen, SchlafplÀtze und Feuerstellen und zahlreiche Gestaltungsdetails erzÀhlen von der Lebensweise der Kelten. Von der Handwerkskunst der Kelten zeugen u. a. eine Drechselbank, ein Brechl, eine Hachel, ein nach wissenschaftlichen Vorgaben rekonstruierter Webstuhl, Webgewichte aus Ton, eine Töpferei, ein Backofen und eine nach Originalbefunden errichtete Schmiede.

Im Erlebnispark Gabreta werden Tiere gehalten, die den keltischen Rassen nahe kommen. Im FreigelÀnde und im Stall leben Skudden, Wollschweine, Exmoor Ponys und HinterwÀldler. Die von den Kelten domestizierten Tiere sind deutlich kleiner als die heutigen Haustiere.
Auf den Ackerterassen von Gabreta werden nur solche Getreidesorten ausgesĂ€t, die zur Keltenzeit angepflanzt wurden. In einem speziell angelegten KrĂ€utergarten finden sich Pflanzen, welche die Kelten einst zum Heilen, in der KĂŒche und zum FĂ€rben benutzten. Sicherlich sammelten die Kelten KrĂ€uter in der freien Natur und bauten diese nicht an.

Religion und Totenkult
Keltische Grabmonumente waren teilweise bis zu 15 Meter hoch. Auf Gabreta sehen die Besucher einen geschlossenen kleinen GrabhĂŒgel. Über den Aufbau eines HĂŒgelgrabes gibt die offene Grabkammer einen Einblick. Im Bau befindet sich derzeit eine gallo-römische Tempelanlage.

Paul Freund, einer der Initiatoren des Keltendorfes, verabschiedet seine GĂ€ste nach einem Rundgang durch das Dorf gern mit den Worten: „Die Vergangenheit ist das Fundament, auf dem unsere Zukunft gebaut wird. Und wer die Vergangenheit kennt, der wird sich auch in der Gegenwart und Zukunft zurecht finden.“
Gabreta

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