Der größte Indoor-Regenwald der Welt

Im Dezember 2004 wurde etwa 60 Kilometer s√ľdlich von Berlin Europas gr√∂√üte tropische Urlaubslandschaft Tropical Islands er√∂ffnet. Wo urspr√ľnglich Luftschiffe ein- und ausfahren sollten, entstand die gr√∂√üte freitragende Halle der Welt mit 360 Metern L√§nge, 210 Metern Breite und 107 Metern H√∂he. Das Tropenparadies im Dome mit einer Grundfl√§che von 66000 Quadratmetern ist ganzj√§hrig 24 Stunden am Tag ge√∂ffnet.


In den mehr als zehn Jahren ihres Bestehens wuchs ein tropischer Regenwald mit 600 unterschiedlichen Pflanzenarten auf einer Pflanzbeetfläche von 15000 Quadratmetern heran, darunter zahlreiche Palmenarten, Farne und Mangroven sowie Bäume, die beerntet werden.

Horticulture-Manager Bernd Green und seine 13 Mitarbeiter k√ľmmern sich um mehr als 60000 Pflanzen im 26 bis 28 Grad Celsius warmen Dome und im Au√üengel√§nde. In der Halle sind einige Pflanzenarten zu stattlichen Exemplaren herangewachsen, wie einige 15 bis 20 Meter hohe B√§ume beweisen.

Damit die Pflanzen gut gedeihen, herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 55 bis 65 Prozent, die von den Urlaubsg√§sten noch als angenehm empfunden wird. Im Winter leidet die Vegetation unter Lichtmangel, die in der Natur etwa 12 Sonnenstunden gewohnt ist. Deshalb wurde an der Hallen-S√ľdseite ETFE-Folie (Ethylen-Tetrafluorethylen – fluoriertes Copolymer) auf einer Fl√§che von 20000 Quadratmetern installiert, die 80 Prozent der UV-Strahlung hindurchl√§sst.

F√ľr fleischfressende Arten gen√ľgt das Licht dennoch nicht. Andere Pflanzen haben sich mit der Situation arrangiert und gedeihen gut, wie beispielsweise Ixora in verschiedenen Farben, Palmen, Kalebassenb√§ume, Bananenstauden, Sternfr√ľchteb√§ume (Karambole), Jackfruchtb√§ume, Dieffenbachien und andere. Die Efeutute, als Bodendecker oder H√§ngepflanze genutzt, ist bestrebt, nach oben zu wachsen. W√§hrend die Bl√§tter am Boden klein bleiben, ver√§ndern sie sich in den oberen Regionen und werden hier so gro√ü wie Monsterabl√§tter und sind geschlitzt. Letztlich m√ľsse man Pflanzen ausprobieren, sagt Green aus Erfahrung. Es l√§sst sich wissenschaftlich nicht hinreichend begr√ľnden, warum eine Pflanzenart w√§chst, eine andere nicht.

Bew√§ssert werden die Pflanzen, die ca. 50 Zentimeter und in einigen Bereichen drei oder vier Meter tief wurzeln, automatisch und mindestens drei Tage pro Woche per Hand durch die Horticulture-Mitarbeiter. Sie halten den Pflanzenbestand ganz ohne Chemie gesund. Jede Woche setzen sie hunderttausende bis Millionen Tiere, wie Schlupfwesten und andere N√ľtzlinge aus.

Um einige Pflanzen, wie Sternenfr√ľchte beernten zu k√∂nnen, best√§uben die G√§rtner mangels Insekten Bl√ľten manuell mit Pinseln. Die Besucher erleben Tiere im Tropical Islands hautnah, wie Nymphensittiche, Zebrafinken, Kanarienv√∂gel, Fische, Reptilien, Pfaue und Flamingos. Im kommenden Jahr m√∂chte Bernd Green einen Schmetterlingsgarten verwirklichen.

Besucher können auf einem 800 Meter langen Weg den Regenswald erkunden und dabei an zwölf Themenstationen mithilfe eines Multimedia-Gerät audiovisuell viel Wissenswertes erfahren.

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