Das Gipfelkreuz to go

Gipfelkreuz im LungauDass Hau’-drauf-Marketing nicht mehr funktioniert, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Und auch nicht, dass Werbung manchmal ganz gut ohne Marketingsprache auskommen kann. Noch immer wird die AIDA-Formel überstrapaziert, indem Unternehmen ihre Kunden anschreien, um auf beinahe penetrante Weise Aufmerksamkeit zu erzielen. Doch wenn alle schreien, wird es ziemlich laut. Keiner hört mehr das, was er hören soll.

Wir lernen von Helga Gruber (Bild), Chefin im Schlickwirt, St. Michael, dass es auch ganz leise geht. Die ausgebildete Bergfex überraschte uns, eine Gruppe Journalisten, mit einem Einfall, der vieles vereint, was im Marketing heutzutage funktioniert: Sympathie erzeugen, Wünsche wecken, auf Erfahrung und Intuition vertrauen (Auch wenn’s mal schiefgeht und sich nicht alles mit Zahlen rechtfertigen lässt.), ein klares Ziel haben, ein authentisches Image vermitteln, von sich überzeugen.

In der Folge Helga Grubers Marketingaktivität habe ich jetzt eine kurze Geschichte zu erzählen, Storytelling nennt man das in der Fachsprache, was bedeutet, mit informativen und emotionalen Texten Kunden zu überzeugen.

Nicht jeder ist mit alpiner Belastbarkeit gesegnet oder gesundheitlich in der Lage, die Gipfel der Berge des schönen Lungaus zu erklimmen. Die Wirtin Helga Gruber weiß allerdings aus Erfahrung, wie sie ihren Gästen ein Erfolgserlebnis verschaffen kann: Die Wanderung ist an die Bedürfnisse und Belastbarkeit ihrer Wandergruppe angepasst. Die Besteigung der Berge führt diesmal nicht zum Gipfelkreuz: zu anstrengend, zu weit, zu schwierig, zu wenig Zeit.

Just in dem Moment, wenn alle schöne Fotos schießen wollen, packt Helga Gruber im wahrsten Sonnes des Wortes aus und bittet um Geduld.

Was tut sie da?

fragen sich die Teilnehmer der Wanderguppe. Gewichtige Einzelteile aus Holz und Metall, eins nach dem anderen, holt die Bergfex aus ihrem Rucksack, um sie mühevoll zusammenzustecken – zu seinem Kreuz! Kurzerhand verpflanzt sie es auf einen Hügel und lädt uns ein, nun vor der Kulisse des Kreuzes unsere Bilder zu schießen.

Es gibt niemanden in der Gruppe, der diesen Einfall nicht grandios fand. Ja, und Bilder wurden reichlich geschossen. Auch ich war auf dem Gipfel des erlebnisreichen Tages angekommen.

Die Herstellung des Gipfelkreuzes hatte Helga Gruber keine erkleckliche Summe gekostet, wie es MarketingmaĂźnahmen oft so an sich haben.

 

Zum Ende dieses Berichtes möchte ich noch mit einer sprachlichen Entgleisung aufräumen: to go. Das Gipfelkreuz zum Mitnehmen ist keinesfalls to go. Darüber belehrt uns das Buch des Autors Robert Tonks It is not all English what shines.

TO GO: abzuschaffen, wird abgeschafft

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